Der deutsche Skispringer Karl Geiger während der Vierschanzentournee im bayrischen Oberstdorf Foto: imago images / ActionPictures

Jahresend-Rally

Dax und Bitcoin erklimmen Rekordstände

Zu Jahresende brummt es, und zwar sowohl bei den deutschen Wirtschaftsriesen, für die der deutsche Leitindex Dax steht, als auch bei der Mutter aller Kryptowährungen, dem Bitcoin.

Bullenstimmung an den Aktienmärkten

Der Dax lag am 29. Dezember kurzzeitig bei mehr als 13.900 Zählern und kratzt damit an der 14.000er-Marke. Die größten Gewinner des Dax am 29. Dezember sind der Software-Konzern SAP, der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines und die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen. Auch die Dax-Geschwister M-Dax und S-Dax erreichten neue Bestmarken. Befeuert worden dürfte die Euphorie durch den jüngsten Start der Impfungen gegen Covid-19 sein. Auch das an Heiligabend erzielte Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien dürfte Anleger in Kauflaune gebracht haben.  

Euphorie an den Aktienmärkten macht sich nicht nur in Deutschland breit. Auch der US-Index S&P 500 und der Dow Jones erreichten in dieser Woche neue Höchststände. Der Dow durchbrach erstmals die Schwelle von 30.000 Zählern. Zur Hoch-Stimmung dürfte hier das nun endgültig abgesegnete 900-Milliarden-Dollar-Konjunkturpaket beigetragen haben.

Betrachtet man allein den Jahresanfangs- und den voraussichtlichen Endstand bei Dax und Dow, sind die pandemiebedingten Einbrüche des Frühjahrs mehr als wettgemacht. Viele Profianleger blicken zu Jahresende 2020 zudem bullish ins kommende Jahr.

Noch spektakulärer als an den Aktienmärkten sieht die Kursrally bei der Ur-Kryptowährung, Bitcoin, aus. Auf der britisch-niederländischen Handelsplattform Bitstamp stieg Bitcoin am 27. Dezember kurzzeitig auf mehr als 28.000 US-Dollar. Damit liegt die Wegmarke von 30.000 US-Dollar, umgerechnet etwas mehr als 24.500 Euro, in greifbarer Nähe.

Goldgräberstimmung bei Bitcoin

Nach einem sprunghaften Anstieg mit Peak im Dezember 2017 und anschließendem Kurssturz dümpelte der Bitcoin-Kurs lange eher seitwärts. 2020 entpuppte sich die Krypto-Währung Nummer eins erneut als Kursrakete. Allein in der zweiten Jahreshälfte 2020 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Hintergrund für das neu aufgeflammte Interesse dürften neben dem unsicheren Wirtschaftsumfeld der Corona-Krise die zunehmend sichtbaren Bemühungen auch traditioneller Marktteilnehmer sein, sich im Krypto-Bereich zu positionieren. So gründete etwa die Privatbank Hauck & Aufhäuser 2020 eine eigene Krypto-Investmentgesellschaft.

Auch von politischer Seite gab es Rückenwind. Die Bundesregierung brachte im vergangenen Sommer eine eigene Blockchain-Strategie auf den Weg, die Technologie liegt Krypto-Währungen wie Bitcoin zugrunde. Im Dezember passierte ein Gesetzentwurf zur Einführung elektronischer Wertpapiere das Bundeskabinett. Europaweit ist ein digitaler Euro in Vorbereitung. Auch der Bezahldienstleister Paypal hat jüngst aufhorchen lassen: Kunden sollen bei Paypal nun auch in Digitalwährungen wie Bitcoin zahlen können.

Einen großen Anteil am neuen Bitcoin-Boom könnten vor allem Privatanleger haben. Über den Kurs-Höhenflug zum Jahresende sagte Krypto-Spezialist und Analyst Timo Emden von Emden Research gegenüber tagesschau.de: „Befeuert wird die Rally derzeit von Privatinvestoren, welche sich über die Weihnachtsfeiertage mit digitalen Talern eingedeckt haben, da die traditionellen Märkte ihre Börsenpforten geschlossen hatten." Nach dem Bitcoin-Boom der vergangenen Monate hätten viele Krypto-Interessenten mittlerweile schlichtweg Angst, etwas zu verpassen.

Mehr zum Thema
Neues AllzeithochKann Bitcoin noch weiter steigen? Robert Halver über KryptosWarum Bitcoin kein sicherer Hafen wird Balance im PortfolioSo senken Krypto-Anleger ihre Risiken