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DB Bauspar-Vorstand Michael Ost „Bausparen ist ein Zinssicherungsinstrument“

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Das heißt?

Ost: Bausparverträge gelten bei vielen jungen Kunden als unmodern oder uncool. Das hat eine Umfrage von uns unter verschiedenen Kunden- und Nicht-Kundengruppen ergeben. Die Attribute des Bausparens finden aber alle gut. Das Thema Wohnen ist nach wie vor relevant, vor allem das selbstbestimmte Wohnen. Also nicht immer das eigene Heim. Es gibt nicht mehr die eine Entscheidung, die dann bis zum Ende des Lebens gilt. In der jeweiligen Lebensphase wird immer wieder neu entschieden, wie und wo man leben will. Auch das System, bei dem viele zusammen sparen, um dem Einzelnen den Immobilienwunsch zu erfüllen, kommt gut an. Erst, wenn das Wort Bausparvertrag fällt, bedarf es einer längeren Argumentation. Das hätten ja schon die Eltern gemacht. Das sei sowas von gestern. Die Befragten wollten durch die Bank ein jüngeres, moderneres und flexibles Produkt.

Im vergangenen Jahr haben Sie mit „Plan B“ ein neues Produkt auf den Markt gebracht, das KomfortBausparen. Was ist daran anders?

Ost: Mit unserem Kampagnen-Motto „Plan B wie Bausparen“ haben wir versucht, das Thema Bausparen neu zu interpretieren, um auch die jüngere Zielgruppe für Bausparen wieder zu begeistern. Flexibilität spielt dabei eine große Rolle. „Plan B wie Bausparen“ drückt aus, das unsere Kunden flexibel auf die Veränderungen im Leben vorbereitet sind. Dafür muss das Angebot natürlich auch interessant sein. Die wesentliche Neuerung: Eine attraktive Guthabenverzinsung von einem Prozent pro Jahr und günstige Sollzinsen für den möglichen Immobilienwunsch.

Ein Prozent Guthabenzinsen - damit bekomme ich ja noch nicht einmal meine Abschlusskosten wieder rein.

Ost: Bausparen ist vor allem für Menschen mit dem konkreten Wunsch nach den eigenen vier Wänden interessant. Über die lange Laufzeit in der Regel zwischen fünf bis sieben Jahre kompensieren die Guthabenzinsen durchaus die Abschlusskosten. Ein  Bausparvertrag eignet sich dagegen nicht zum klassischen Sparen. Wer nur Vermögen aufbauen möchte, sollte lieber auf reine Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld zurückgreifen.

Seit Mitte März steht die GroKo. Wie beurteilen Sie die Pläne, ein Baukindergeld einzuführen oder die Mietpreisbremse zu verschärfen? Was sollte sich die neue Bundesregierung Ihrer Meinung nach in diesem Jahr unbedingt auf die Fahnen schreiben?

Ost: Förderungen sind prinzipiell zu begrüßen, wenn die Vergabekriterien eindeutig definiert sind, Missbrauch weitestgehend ausgeschlossen werden kann und die erreicht werden, die erreicht werden sollen - wie etwa beim Baukindergeld. Von einer verordneten Mietpreisbremse halte ich nichts. Mieten sollten über die konkrete Wirklichkeit der Märkte geregelt werden. Und damit ist auch schon die wesentliche Frage der neuen Regierung thematisiert: wie nah nämlich sind gesetzliche Regelungen dran an den Märkten und das sind in der Politik nicht zuletzt die konkreten Bedürfnisse der Menschen? Bezahlbarer Wohnraum speziell in den Ballungsgebieten ist unstrittig rar. Ein vermehrter Ausweis von Baugrundstücken und ein Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer sind überfällig. Mieterbund und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen kommen immerhin auf einen aufgelaufenen Nachholbedarf von einer Million Wohnungen und einer erforderlichen Neubauquote von 400.000 Wohnungen pro Jahr. Und das bei einer Eigenheimquote in Deutschland, die im Euroraum unrühmlich die rote Laterne schleppt. Und mit Blick auf meine Branche: ist das Bausparkassengesetz in seiner jetzigen Fassung noch realitätsadäquat oder müsste nicht doch die eine oder andere Stellschraube nachjustiert werden?

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