DB Platinum IV Dynamic Bond Plus R1C

//
Für die Europäische Zentralbank (EZB) scheint noch nicht Schluss zu sein mit Zinserhöhungen. EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark erwartet, dass die Inflation in den 13 Staaten der Europäischen Währungsunion über die Schmerzgrenze von 2 Prozent zu steigen droht. Dagegen wollen die Währungshüter mit höheren Kosten für fremdes Geld vorgehen, um den Konsum einzuschränken.

Das verheißt für die Anleger am Rentenmarkt nichts Gutes: Steigende Zinsen führen zur sinkenden Nachfrage nach lang laufenden Anleihen, die Kurse am Rentenmarkt gehen nach unten. Für eine gleichzeitig sichere und ertragreiche Geldanlage müssen konservative Investoren daher nach Alternativen zum reinen Renteninvestment suchen. Diesem Bedarf kam die Deutsche Bank vor knapp drei Jahren mit dem DB Platinum IV Dynamic Bond Plus (WKN: 121 412) entgegen.

Dem Fonds liegt der Deutsche Bank Dynamic Bond Plus Index zugrunde. Das ist ein dynamisch gemanagter Gesamtindex, der je nach Marktlage aus sechs bis 15 Teilindizes bestehen kann. Derzeit sind es acht verschiedene Anlageklassen. Über die Aufteilung des Fondsvermögens von knapp 500 Millionen Euro wird nach einem quantitativen Modell entschieden. Hierfür spielen die gesamtwirtschaftlichen Prognosen zur Inflations-, Konjunktur- und Wechselkursentwicklung eine Rolle.

Der Index wird vierteljährlich neu gewichtet. Dabei gelten Obergrenzen für Investitionen in Rohstoffe (35 Prozent), strukturierte Anleihen (30), Anleihen mit schlechter Bonitätsnote (25), Schwellenländer, Währungen, notleidende und nachrangige Anleihen (jeweils 10 Prozent). Euro-Staatsanleihen mit allerbestem Schuldner-Rating müssen mindestens ein Fünftel des Fonds ausmachen.

Aktuell kommen Staatsanleihen aus der Eurozone auf 31,5 Prozent. Zusammen mit Unternehmensanleihen mit guter Bonitätsnote (22,6) und Pfandbriefe (11,9) machen sie zwar immer noch knapp zwei Drittel des Fonds aus. Doch der Index bildet nicht nur die Entwicklung des Rentenmarktes ab. „Der Fonds enthält neben traditionellen Anleihetypen auch alternative Anlageformen“, erklärt Manfred Schraepler, verantwortlich für strukturierte Fonds der Deutschen Bank.

Dazu zählen vor allem Rohstoffe, die auf 14 Prozent des Fonds kommen. Sie werden über die Preise für Termingeschäfte mit Rohöl, Heizöl, Aluminium, Gold, Weizen und Mais abgebildet. Aus diesen Daten wird der Deutsche Bank Liquid Commodity Index Mean Reversion berechnet. Auch dieser Index wird dynamisch gemanagt: Das Gewicht von Rohstoffen, die sich schnell verteuert haben und bei deren Preisen mit einer Gegenbewegung zu rechnen ist, wird verringert.

„Auf Grund der großen Bandbreite des Index kann der Fonds flexibel auf Marktgegebenheiten reagieren“, so Schraepler. Zurzeit profitiert er beispielsweise von den weltweit steigenden Preisen für Rohstoffe. Der Teilindex für den Rohstoffmarkt stieg im September um 12,9 Prozent. Denn Rohöl verteuerte sich um 15,3 Prozent, Weizen sogar um 26,6 Prozent. Im vergangenen Monat machte der Fonds daraufhin ein Plus von 1,6 Prozent, auf Jahressicht sind es 5,5 Prozent. Seit Auflegung im Januar 2004 stieg der Fondswert um 12,7 Prozent.

Dazu haben in der Vergangenheit auch diejenigen alternativen Investments im Fonds beigetragen, die gegenüber früheren Portfoliozusammenstellungen heruntergefahren wurden. Das sind nachrangige Schuldtitel (9,9 Prozent) und Hochzinsanleihen aus Schwellenländern (5), Währungen (2,1) und forderungsbesicherte Wertpapiere (3), die sogenannten Asset Backed Securities (ABS). Diese Teilindizes litten unter der amerikanischen Immobilien- und Kreditkrise sowie dem Verfall des US-Dollars gegenüber dem Euro besonders stark.

Der Ausgabeaufschlag des Indexfonds liegt bei 3 Prozent. Die jährliche Gebühr für die Verwaltung des Fonds beträgt ein Prozent.

Mehr zum Thema
nach oben