Die jüngste Altersgruppe unter den Arbeitnehmern hierzulande ist bei den Abschlüssen zur betrieblichen Altersversortung (bAV) deutlich unterrepräsentiert. Das geht aus einer Analyse der auf die Verwaltung von bAV-Verträgen spezialisierten DCS Deutsche Clearing-Stelle hervor. Das Unternehmen aus Ellwangen hat für ihre Studie „bAV Monitoring 2023“ im August rund 3.900 Datensätze ihrer Kunden untersucht. Demnach sind nur 8,7 Prozent der Versicherungsnehmer zwischen 18 und 29 Jahre alt. Jeder Dritte gehört hingegen zur Gruppe der 30- bis 42-Jährigen. Doch die 43- bis 58-Jährigen liegen mit 58 Prozent klar vorn. 

Dies entspricht jedoch nicht den aktuellen Verhältnissen  auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Anteile der dort jeweils in Fünfjahreszeiträumen angegebenen Altersgruppen unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hierzulande weniger ungleich verteilt. Ebenso sind die Unterschiede zwischen den Zahlen der beschäftigten Männer und Frauen nicht besonders deutlich ausgeprägt. Bundesweit betrugen die Erwerbstätigenquoten der Männer hierzulande im vorigen Jahr 80,6 Prozent, bei den Frauen 73,1 Prozent. 

Marco Eckert © DCS Deutsche Clearing-Stelle

Der geringe Anteil der rund um die Jahrtausendwende geborenen Generation Z ist für Marco Eckert überraschend. „Verschiedene Studien, etwa von Deloitte, legen nahe, dass innerhalb der Generation Z ein hohes Sicherheitsbedürfnis vorherrscht. Doch bei der bAV bleibt sie weithin untätig“, kommentiert der DCS-Geschäftsführer die niedrige Abschlussquote der 18- bis 29-Jährigen. Ihnen rät er aber zu einem Einstieg in jungen Jahren: „Je früher mit dem Aufbau einer Versorgung gestartet wird, umso stärker profitieren Beschäftigte von Arbeitgeberzuschüssen und von Zinseffekten. Mögliche Jobwechsel stehen einem frühzeitigen Abschluss nicht entgegen, denn einmal angespartes Kapital bleibt immer erhalten.“ 

Früher bAV-Abschluss aufgrund von Zinseffekten sinnvoll  

Kritisch sieht der DCS-Chef auch, dass erheblich mehr Männer im Ruhestand auf eine Betriebsrente zählen können als Frauen. Denn 69,6 Prozent der Policen-Kunden sind männlich, nur 30,4 Prozent weiblich. Dieses Verhältnis gelte für alle drei Altersgruppen ähnlich. Die niedrige Abschlussquote sei umso problematischer, weil Frauen unter anderem aufgrund von Teilzeitverträgen oft weniger verdienen als Männer. „Um eine sichere Altersversorgung zu gewährleisten, ist es gerade Frauen zu empfehlen, eine bAV abzuschließen – denn hier zahlt der Arbeitgeber zumindest einen Teil des Beitrags. Das kann auf lange Sicht sogar mehr wert sein als eine Gehaltserhöhung“, sagt Eckert. 

 

Immerhin fallen die Unterschiede bei der Beitragshöhe deutlich geringer aus: Im Durchschnitt zahlen junge Versicherungsnehmer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren laut DCS monatlich rund 130 Euro in ihre bAV-Verträge ein. Unter den 30- bis 42-Jährigen sind es 180 Euro und die 43- bis 58-Jährigen investieren jeden Monat 190 Euro. Auch der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist hierbei nur gering ausgeprägt: Männer zahlen im Gesamtdurchschnitt einen Monatsbeitrag von 184 Euro, bei den Frauen sind es 176 Euro. Das entspricht einer Differenz von lediglich 4 Prozent. Dieses Muster finde sich in allen drei  Altersgruppen.