Der Maklerpool Aruna will seinen aktuell mehr als 2.500 angeschlossenen Vertriebspartnern dabei helfen, alternative Vergütungen für die Vermittlung von Nettotarifen zu nutzen: Neben Abschluss- und Bestandsprovisionen sollen sie bei ihren Kunden auch Servicegebühren und Honorare einführen können und rechtssicher in die Praxis umsetzen. Hierfür starten die Berliner jetzt eine strategische Kooperation mit den Betreibern der Online-Plattform Dipay aus dem sächsischen Limbach – Oberfrohna. Deren zwei Geschäftsführer Handan Isik und Dirk Erfurth haben sich darauf spezialisiert, die Zahlungen von Honoraren und anderen Vergütungen an Versicherungsvermittler und weitere Finanzberater transparent und effizient mit moderner Technologie abzuwickeln. 

Service und Weiterbildung für Versicherungsvermittler 

Auch die Aruna-Vertriebspartner erhalten durch die neue Zusammenarbeit ab sofort Zugang zu der anbieterunabhängigen Abwicklungsplattform. Als All-in-One-Produkt biete Dipay an, individuelle Servicepauschalen automatisiert zu erstellen und zu verwalten, Verträge zu erstellen und digital abzuschließen sowie anschließend die Rechnung zu stellen und die Zahlung abzuwickeln. Außerdem können die Aruna-Vertriebspartner Angebote der ebenfalls von Isik und Erfurth geführten Deutschen Gesellschaft für alternative Vergütungskonzepte (Degav) nutzen. Sie bietet beispielsweise einen Intensivkurs zur Einführung und dem Einsatz von Servicevereinbarungen für Versicherungsvermittler an und unterstützt ihre Partner mit Marketingmaßnahmen. 

Honorare werden im Versicherungsvertrieb bedeutender 

Die zusätzlichen, vom Produktgeber unabhängigen Direktzahlungen der Kunden werden im Versicherungsvertrieb immer bedeutender, erklärt Aruna-Sprecher Clemens Ehringfeld. „Diese Vergütungen bieten nicht nur finanzielle Vorteile für die Vermittler, sondern fördern auch eine unabhängige und kundenorientierte Beratung.“ Dass die Vertriebspartner des Maklerpools mit einem Courtageumsatz von zuletzt 43,3 Millionen Euro nun die „zukunftsweisenden Vergütungsmodelle aus einer Hand anbieten“ könnten, schaffe ihnen „erhebliche Effizienzgewinne und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten“, so Ehringfeld weiter. Zum Start der neuen Kooperation begleitet Dipay künftige Aruna-Veranstaltungen für Vermittler, um den Vertriebspartnern die Angebote vorzustellen. 

 

Neben Aruna arbeiten Isik und Erfurth unter anderem mit den konkurrierenden Maklerpools BCA und Blau direkt zusammen. „Aktuell sind weitere Provisionsbegrenzungen zwar vom Tisch, aber die Europäische Kommission hat das Thema für 2026 auf Wiedervorlage. Dann geht es wieder von vorne los“, erläuterte Oliver Lang, Geschäftsführer des Lübecker Technologiedienstleisters, zum Start eines Joint Ventures mit den Dipay-Chefs zu Jahresbeginn: Blau direkt beteiligt sich mit einem 50-Prozent-Anteil am hauseigenen Maklerservice Bluepay. Daneben beteiligt sich Blau direkt mehrheitlich an der Firma Finvoice, die eine spezialisierte Software zum Abrechnen von Servicepauschalen bietet. Mehr als 600 Versicherungsmakler wickeln hierüber einmalige und wiederkehrende Zahlungen ab. 

Vermittlerbetrieb auf neue Vergütungsmodelle vorbereiten 

„Wir erwarten zwar nicht wirklich ein durchgreifendes Provisionsverbot, aber wir gehen davon aus, dass es eine fortlaufende Politik der Nadelstiche geben wird. Vermittlerprovisionen werden weitere Restriktionen erfahren”, erwartet Lang. Deshalb mache es für Versicherungsvermittler hierzulande bereits heute viel Sinn, ihren Betrieb auf alternative Vergütungsmodelle vorzubereiten. „Der aktuelle Trend zu Servicepauschalen wird sich langfristig und nachhaltig zu einem wesentlichen Aspekt des Maklereinkommens durchsetzen“, erwartet man bei Blau direkt. Daher seien die zwei aktuellen Transaktionen mit Dipay und Finvoice für den seit Juli vom Versicherungsbranchenneuling Kai-Uwe Laag geführten Maklerpool auch strategisch sehr bedeutend.