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Degussa-Experte zum Goldpreis „Kurse von deutlich über 1.300 Dollar“

Wolfgang Wrzesniok-Roßbach
Wolfgang Wrzesniok-Roßbach
„Der Goldpreis wird zwar steigen, aber die Marke von 1.500 Dollar je Unze nicht nachhaltig übersteigen“, meint Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Geschäftsführer bei Degussa Goldhandel, gegenüber der Börsen-Zeitung. Im Durchschnitt erwarte er Kurse von deutlich über 1.300 Dollar. Das aber auch nur, wenn er die Krise in der Ukraine und somit mögliche politische Schocks ausklammert.

Ginge die Krise dort so weiter wie bisher, hätte sie demnach kaum Auswirkungen auf den Goldpreis. „Der Goldpreis reagiert in der Regel nur bei sehr ernsten politischen Krisen“, so der Gold-Experte. „Ein offener Krieg am Rande Europas mit unabsehbaren Folgen für die Wirtschaft zwischen Lissabon und Wladiwostok würde das aber sicher ändern.“

Bei Palladium und Platin hingegen sieht es schon anders aus: Hier ist die Ukraine-Krise zu spüren. „Die Lage in beiden maßgeblichen Produktionsländern Südafrika und Russland sieht alles andere als positiv aus“, so Wrzesniok-Roßbach. „In Südafrika ist die Minenindustrie aufgrund von Streiks teilweise lahmgelegt, und in Russland herrscht im Zuge der Ukraine-Krise Unsicherheit.“ Durch mögliche Lieferprobleme könne es somit zu erheblichen Preissteigerungen kommen.

Die momentane Schwäche bei Silber bereitet dem Experten wiederum wenig Sorgen. Auf diesem Markt käme es immer wieder zu Übertreibungen. „Insgesamt wird sich das Metall weiter am Gold orientieren, das heißt, wenn dessen Preis steigt, wird auch die Silbernotierung anziehen“, meint Wrzesniok-Roßbach. „Die 50-Dollar-Marke halte ich jedoch bis auf weiteres für unerreichbar.“
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