Ab 2027 bietet die Deka ein Altersvorsorgedepot über die Sparkassen an. In der Standardvariante verlangt sie dafür 0,1 Prozent pro Jahr – weitere laufende Kosten fallen nicht an. Kunden sollen das Depot ab Jahresbeginn in allen Filialen vor Ort und digital über die Sparkassen-App abschließen können. Das Produkt gehört zur neuen staatlich geförderten Privatvorsorge, die zum Jahreswechsel startet und den Vermögensaufbau in Fonds und ETFs fördert.
Die Deka setzt auf zwei Varianten. Beim Standarddepot zahlen Kunden 0,1 Prozent pro Jahr für die zugrunde liegenden ETFs; Depot und Zulagenverwaltung sind kostenlos, weitere laufende Gebühren nennt die Deka nicht. Das aktiv gemanagte Individualdepot kostet je nach Vertragslaufzeit zwischen 1,0 und 1,5 Prozent pro Jahr. Die staatliche Förderung beträgt bis zu 540 Euro im Jahr, hinzu kommen 300 Euro je Kind. Alle Konditionen stehen noch unter dem Vorbehalt der Bafin. Deren Genehmigung erwartet die Deka im November.
Das Depot ist Teil der Reform der geförderten Privatvorsorge, die das Riester-System ablösen soll. Auch Wettbewerber wie Scalable Capital und die DWS arbeiten an eigenen Angeboten. Eine Studie von Sirius Campus und Aeiforia rechnet für 2027 mit rund 4,5 Millionen Abschlüssen.
Standarddepot: fester Fahrplan oder eigene Hand
Das Standarddepot investiert in passiv gemanagte ETFs der Deka – einen weltweit anlegenden Aktienfonds und einen europäischen Rentenfonds. Zwei Wege stehen offen. In der klassischen Variante fließt das Geld zunächst komplett in den Aktien-ETF. Fünf Jahre vor dem geplanten Rentenbeginn sinkt der Aktienanteil auf 50 Prozent, der Rest wandert in europäische Unternehmensanleihen. Zwei Jahre vor Rentenbeginn reduziert die Deka den Aktienanteil um weitere 20 Prozent. Alternativ steuern Kunden den Aktienanteil während der Ansparphase selbst über die App – zu denselben Konditionen.
Individualdepot: aktives Management über den Lebenszyklus
Das Individualdepot besteht aus bis zu drei Fondsbausteinen, die die Deka aktiv managt. Entlang eines Lebenszyklusmodells steuert sie das Risiko laufend: In jungen Jahren steckt das Geld vollständig in Aktien, bis zur Rente schichtet die Deka es schrittweise in Renten- und zuletzt in einen Geldmarktfonds um. Auch hier gibt es zwei Ausprägungen – das chancenorientierte Modell senkt den Aktienanteil deutlich später als das balanceorientierte. Für Kinder und Jugendliche bietet die Deka zusätzlich die Frühstart-Rente an, ebenfalls zu 0,1 Prozent.

