Deka Middle East and Africa

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Die Europäische Union und die südlichen Anrainerstaaten des Mittelmeers sind seit gestern enger miteinander verbunden, zumindest auf politischer Ebene: Die neu gegründete Mittelmeerunion soll die Wirtschaft der Schwellen- und Entwicklungsländer außerhalb der EU fördern. Europa erhofft sich davon unter anderem mehr Sicherheit bei der Versorgung mit Energie. Das neue Bündnis dürfte sich auch an den Börsen der aufstrebenden Volkswirtschaften bemerkbar machen.

Vom Boom südlich des entwickelten Europas wollen auch Deutschlands Fondsanbieter profitieren. Die Sparkassen-Tochter Deka brachte bereits vor knapp zwei Jahren einen Aktienfonds heraus, der sich auf die Anlageregion Middle East and Northern Africa (Mena) konzentriert. Beim Deka Middle East and Africa (WKN: DK0EDP) wurden die Investitionsmöglichkeiten im März dieses Jahres darüber hinaus auf die Länder Schwarzafrikas ausgeweitet.

„Unser Anlageuniversum setzt sich aus 2.000 Titeln zusammen“, erklärt Matthias Bussemer. Der Deka-Fondsmanager hat das Portfoliomanagement des Fonds komissarisch von Alexander Mozer übernommen, der zur Commerzbank-Tochter Cominvest wechselt, wo er das Managerteam für Schwellenländer-Aktienfonds leiten wird. Am Managementstil des Deka-Fonds hat sich dadurch aber nichts geändert. Die Portfoliotitel werden vor allem nach quantitativen Gesichtspunkten analysiert.

Fundamentale Daten stehen bei 90 Aktien laufend im Fokus. Diese Einzeltitel stammen aus dem Vergleichsindex des Fonds, einem Mix aus den MSCI-Indizes für die Anlageregionen Türkei (30 Prozent), Israel (20), Ägypten (20) und die Staaten des Golfkooperationsrates GCC (20). Zu der arabischen Staatengemeinschaft zählen Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate und Oman.

„Die restlichen Aktien werden nach einem opportunistischen Ansatz analysiert“, erklärt Bussemer. Zunächst wird die Liquidität der Titel untersucht. „Nur investierbare Titel erreichen die nächste Stufe“, so der Fondsmanager weiter. „Hierfür zählen Kriterien wie relative Stärke und Ertragswachstum.“ Nur die Aktien, die diese Filter bestanden haben, werden anschließend wie die Titel aus dem Vergleichsindex fundamental analysiert.

Bei der Fundamentalanalyse zählen Daten aus der Vermögens- und der Finanzrechnung sowie der Gewinn- und Verlustrechnung der Unternehmen. „Außerdem werden weiche Faktoren wie beispielsweise Erfahrung und Glaubwürdigkeit des Managements berücksichtigt“, erklärt Bussemer. Anschließend schaut er auf das Gewinnwachstum der Firmen. „Dabei fließen jeweils die Historie, der Status Quo und insbesondere die Zukunftserwartungen ein.“

Den Auswahlprozess des Fondsmanagements bestand zum Beispiel die Orascom Construction Industries aus Kairo, dem mit knapp 5 Prozent größten Einzeltitel des Portfolios. Ägypten ist mit 22,7 Prozent derzeit das zweitwichtigste Land des Fonds. Auf Platz eins liegt die Türkei (24,4 Prozent). In der Branchengewichtung des Portfolios kommen die Sektoren Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Finanzen auf jeweils 21 Prozent.

Seit Auflage steigerte sich der Wert des Fonds um 30,4 Prozent. In diesem Jahr rutschte er allerdings um 11, 8 Prozent ins Minus. Bei dem Indexkorb, der dem Fonds als Vergleichsindex dient, fielen die Verluste allerdings um 6,6 Prozentpunkte höher aus.

Der Ausgabeaufschlag beträgt 3,75 Prozent, die jährliche Verwaltungsgebühr 1,5 Prozent.

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