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Wegen dem S in ESG Nach MSCI-Report: Deka streicht Volkswagen aus seinen nachhaltigen Fonds-Produkten

Ingo Speich, Nachhaltigkeitschef der Deka
Ingo Speich, Nachhaltigkeitschef der Deka: „Volkswagen ist aus unserer Sicht nicht mehr investierbar, wenn es um nachhaltige Finanzprodukte geht.“ | Foto: Deka

Die US-Ratingagentur MSCI hat Ende November 2022 in einem Report geschrieben, dass es „Anschuldigungen wegen Zwangsarbeit in der Geschäftstätigkeit“ von Volkswagen gebe. Gemeint sind damit möglichen Menschenrechtsprobleme in einer Fabrik in China. Die Investmentbank Deka hat bereits im September 2022 alle VW-Aktien aus ihren nachhaltigen Produkten entfernt.

Ein Deka-Sprecher stellte gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters klar, dass man VW-Aktien bereits vor dem Porsche-Börsengang Ende September aus den Nachhaltigkeitsfonds genommen habe. Grund seien Governance-Bedenken wegen der Doppelrolle von Konzernchef Oliver Blume, der zugleich Chef von Porsche ist. Der MSCI-Bericht habe diese Einschätzung verstärkt. „Volkswagen ist aus unserer Sicht nicht mehr investierbar, wenn es um nachhaltige Finanzprodukte geht“, sagte Ingo Speich, Nachhaltigkeitschef der Deka, gegenüber der Wirtschaftswoche.

MSCI gab Volkswagen als Konsequenz aus dem Report in der Kategorie „Soziales“ die maximale Abwertung (Red Flag). Innerhalb dieser Kategorie erhielten die Unterrubriken Arbeitnehmerrechte und Lieferkette“ sowie „Arbeitsbeziehungen“ die Red Flag. Es gehe bei dem MSCI-Bericht „um mögliche Verstöße gegen den Global Compact“, sagte Speich, also gegen Nachhaltigkeitsregeln der Vereinten Nationen.

 

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Die Manager von Deka-eigenen Nachhaltigkeitsfonds dürfen nicht mehr in VW-Aktien investieren. Weitere Fondsgesellschaften rund um den Globus könnten folgen. Auf den ersten Blick hätte das für VW keine weitreichenden Folgen. Der Konzern ist größtenteils in den Händen von Großaktionären wie der Porsche-Piëch-Familie, weshalb die Folgen an der Börse wohl nicht allzu schwer wiegen werden.

Auf den zweiten Blick ist allerdings erkennbar, dass VW auf die Refinanzierung mittels Anleihen angewiesen ist, hier einer der aktivsten Emittenten ist. Die jetzige Entwicklung könne laut Speich „dazu führen, dass VW bei der Refinanzierung empfindlich getroffen wird“. Volkswagen nannte die Einschätzungen von MSCI bereits kurz nach Erscheinen des Reports „sachlich falsch und potenziell irreführend“ und bat in diesem Zusammenhang MSCI, die falsche Einschätzung zu korrigieren. Zu den Ereignissen hat sich VW, auf Nachfrage des private banking magazins, noch nicht geäußert.

 

 

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