Delta Lloyd Water & Climate Fund

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Bei ihrem Staatsbesuch in Brasilien forderte Bundeskanzlerin Merkel mehr Umweltbewusstsein bei der Herstellung von Biosprit. Was einst als ökologische Alternative zum Öl galt, wird heute für Lebensmittelknappheit und Brandrohdungen im Regenwald verantwortlich gemacht. „Biokraftstoffe machen in ihrer jetzigen Form kaum Sinn“, meint auch Ad Schellen, Manager des Delta Lloyd Water & Climate Fund (WKN: A0MY8N). „Die Förderung von Biokraftstoffen ist für mich eine andere Form von Subventionen für die Landwirtschaft.“

„Anleger können nicht mit reinem Gewissen in Biokraftstoffe investieren“, so Schellen weiter. „Wer in alternative Energie investieren möchte, sollte auf Solar- und Windenergie setzen.“ Das können Anleger zum Beispiel mit dem Fonds der Amsterdamer Fondsgesellschaft Delta Lloyd Asset Management. Der Fonds investiert in Anbieter von Technologien, die dazu beitragen, dem Klimawandel und der globalen Wasserknappheit entgegen zu steuern. 

Ein typischer Nachhaltigkeitsfonds ist der Delta Lloyd Water & Climate Fund aber nicht. So setzt Schellen beispielsweise auf den amerikanischen Chemiekonzern Monsato, der wegen seiner Aktivitäten im Bereich Gentechnik in der Kritik steht. Auch der Automobilsektor wird nicht aus Schellens Fonds verbannt. „Stattdessen investiere ich in die Hersteller von Rußfiltern“, erklärt Schellen. Den Schwerpunkt des knapp 50 Millionen schweren Fonds bildet die Branche erneuerbare Energien mit knapp 40prozentigem Portfolioanteil. Der Wassersektor kommt auf rund ein Fünftel. 

Bei der Gewichtung der einzelnen Sektoren im Fonds achtet Schellen vor allem auf gute Wachstumsperspektiven auf Sicht von drei bis fünf Jahren. Die sieht er zum Beispiel bei der Solarenergie, deren Beitrag zur weltweiten Energieproduktion bislang erst bei 0,1 Prozent liegt. Schellen: „Ich erwarte, dass dieser Anteil bis 2030 auf 10 Prozent steigt.“ Das Umrüsten auf Solarstrom koste zwar viel Geld, doch die Sonne schenkt uns in Zeiten von Rekordpreisen für Öl kostenlose Energie. „Die technologische Entwicklung schreitet hier voran, doch man kann sagen, dass wir uns derzeit noch auf dem technologischen Niveau eines Transistorradios bewegen“, so Schellen. „Es braucht noch lange, bis die Branche beim iPod angekommen ist.“

Auch bei den 25 bis 50 Zielunternehmen im Portfolio ist ihm hohes Wachstumspotenzial wichtig. Zudem legt er Wert auf eine starke Marktposition. Schellen investiert zwar in Leichtgewichte an den Börsen. Doch diese Firmen zählen in ihren Branchen zu den Großen. Ein Beispiel dafür ist Q-Cells, der Marktführer bei der Herstellung von Solarzellen. Das Unternehmen aus Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt ist mit 3,8 Prozent Schellens viertgrößter Einzeltitel. 

Schellens Nummer Eins mit 5 Prozent des Portfolios ist First Solar aus dem amerikanischen Phoenix. In Nordamerika sind knapp 60 Prozent des Fondsvermögens investiert. Die Anlageregion Westeuropa kommt auf rund ein Viertel. Anders als in den USA findet Schellen in Deutschland nur selten kleine Firmen, die sich auf Marktnischen wie zum Beispiel Energiesparlampen spezialisiert haben. In den USA sieht Schellen große Chancen für Öko-Aktien: „Derzeit sind die Regeln für Autoabgase in China strikter als in den USA“, so Schellen. „Das könnte sich aber schon im nächsten Jahr ändern, wenn es in den USA einen neuen Präsidenten gibt.“ 

Der Fonds wurde im November vorigen Jahres aufgelegt. Er entspricht eins zu eins dem Ohra Milieutechnologie Fonds (ISIN: NL0000441731), der 1997 in den Niederlanden aufgelegt wurde und nicht in Deutschland zum Vertrieb zugelassen ist. Vor zehn Jahren gehörte der Fonds zu den Pionieren im Bereich Klimafonds. In den vergangenen drei Jahren erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 20,7 Prozent p.a. Das sind 11 Prozentpunkte mehr als der Vergleichsindex MSCI World. Von der Ratingagentur Lipper wurde der Fonds im vorigen Jahr als bester globaler Nebenwertefonds in den Niederlanden ausgezeichnet. Auf Jahressicht liegt der Fonds aktuell ein Prozent im Plus, während der Index mehr als 18 Prozent an Wert verlor.

Der Ausgabeaufschlag beträgt bis zu 5 Prozent, die jährliche Verwaltungsgebühr 1,25 Prozent.