Das Vertrauen in die gesetzliche Rente hierzulande bricht immer weiter ein. Laut dem Altersvorsorge-Report 2025 der Deutschen Bank und des Umfrageinstituts Civey haben 83 Prozent der Befragten Zweifel an der langfristigen Zuverlässigkeit des gesetzlichen Rentensystems. Dies ist nochmals ein deutlicher Anstieg gegenüber 2020, als 54 Prozent an der gesetzlichen Rente zweifelten – was auch bereits ein erschreckend hoher Wert war.

Immer mehr Menschen scheinen also zu erkennen, dass sie neben der gesetzlichen Absicherung auch privat vorsorgen müssen. Wege dafür gibt es heute viele. Eine gängige Wahl ist das Wertpapierdepot bei einem Kreditinstitut. Zunehmend nutzen Anleger aber auch die Strategie, mit einem Sparplan auf einen sogenannten Exchange Traded Fund (ETF), der einen möglichst breiten Aktienmarkt abbildet, langfristig Geld anzusparen.

Meist besteht die Möglichkeit, bereits kleine monatliche Beträge zu sparen. ETF-Sparpläne sind somit ein guter Einstieg in den Vermögensaufbau und eignen sich auch für Personen, die noch mit begrenztem Budget agieren und flexibel bleiben möchten.

Mit Blick auf die Rente bringt es jedoch auch einige erhebliche Nachteile mit sich, ausschließlich auf ETFs oder andere Wertpapieranlagen zu setzen. Im Vergleich zu einer Rentenversicherung ist hier etwa das Langlebigkeitsrisiko nicht abgesichert: Das Geld aus dem Depot kann also bereits im Laufe des Ruhestands aufgebraucht sein – schließlich kann niemand wissen, wie alt er wird.

Außerdem sorgen Kursschwankungen für Unsicherheit und die Pflege und Verwaltung des Depots für Arbeit. Wie Beispielrechnungen von MLP zeigen, werden die quantitativen Unterschiede (zum Beispiel durch Kosten) im Laufe der Jahre durch unterschiedliche Regelungen bei der Besteuerung und bei vielen zwischenzeitlich erforderlichen Fondswechseln geringer – der qualitative Vorteil (also die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos) aber bleibt.

Nichtsdestotrotz haben beide Lösungen ihre Berechtigung und sollten daher Bestandteil einer breit aufgestellten privaten Altersvorsorge sein.

Gezielte Umsetzung individueller Gestaltungswünsche

Eine besonders charmante Variante kann es sein, ein Wertpapier- oder ETF-Depot im Rahmen einer Versicherung zu nutzen. Lebens- und Rentenversicherungen sind schließlich beliebte Vehikel zur Altersvorsorge, zur Optimierung des Depots und der Nachfolge und nicht zuletzt zur Absicherung von Hinterbliebenen. Dabei bringt eine Kombination aus einer Versicherung mit einer Geldanlage in Fonds, zum Beispiel einen breit gestreuten ETF, etliche Vorteile mit sich.

Entgegen weitverbreiteten Vorurteilen eignen sich Versicherungslösungen sehr gut, um individuelle Gestaltungswünsche hinsichtlich Vermögen, Schenkungen und Nachlass einfach und gezielt umzusetzen. So kann die Kapitalanlage an Steuereffizienz und Flexibilität gewinnen und zusätzliche Ertragschancen bringen.

Für die Fondspolice erfolgt während der Laufzeit des Versicherungsvertrages und damit während der Ansparphase keine Besteuerung der vereinnahmten Zinsen, Dividenden oder der realisierten Kursgewinne. Es fällt – anders als bei einem ETF-Sparplan – auch keine Vorabpauschale an. Werden dazu die während der Laufzeit anfallenden Erträge reinvestiert, profitiert der Anleger zudem von einem Zinseszinseffekt, der sich auf längere Sicht positiv auf die Performance auswirken kann.

Lässt es das Risikoprofil des Anlegers zu, kann dieser außerdem eine hohe Aktienquote wählen, was weitere renditeoptimierende Effekte hat, während die Besteuerung erst zum Zeitpunkt der Auszahlung erfolgt.

Leistungen sind im Todesfall einkommensteuerfrei

Sämtliche Kosten der Versicherung sowie die Kosten für die Vermögensverwaltung können mit steuerpflichtigen Erträgen verrechnet werden. Auch unterliegen Kursverluste keiner steuerlichen Verlustverrechnungsbeschränkung. Insbesondere bei den flexibleren liechtensteinischen Policen – im Gegensatz zu den deutschen – und  der Möglichkeit der Unterlegung mit einzelnen Vermögensverwaltungsdepots im Versicherungsstock lassen sich Kursverluste (zum Beispiel aus Aktien) mit sämtlichen anderen Gewinnen innerhalb der Versicherung verrechnen, im Gegensatz zum Bankdepot.