Fast 3 Billionen Euro – genauer 2.940 Milliarden Euro – verwalteten hiesige Depotbanken, die Anteile an Investmentfonds verwalten, zur Mitte dieses Jahres. Das in Fonds mit deutscher ISIN verwaltete Vermögen legte damit um 105 Milliarden Euro gegenüber der Jahresmitte 2024 zu.

Die Daten stammen vom deutschen Fondsverband BVI, der sie in Zusammenarbeit mit dem Interessenverband „Praxisforum Depotbanken“ erfasst hat. Erhoben wurden die Mittel von in Deutschland aufgelegten offenen Wertpapierfonds, offenen Immobilienfonds sowie geschlossenen Fonds gemäß Kapitalanlagegesetzbuch. Die Emittenten müssen nicht Mitlieder des BVI sein, um in der Statistik erfasst zu werden.

Verwahrtes Vermögen von in Deutschland aufgelegten Fonds in Milliarden Euro 

Tabelle: Größte Fonds-Verwahrstellen in Deutschland
| Bildquelle: BVI

Innerhalb von zehn Jahren ist jede dritte Depotbanken verschwunden 

Der deutsche Depotbankenmarkt befindet sich seit geraumer Zeit auf Konsolidierungskurs – was sich an der aktuellen BVI-Aufstellung deutlich ablesen lässt: Die in deutschen Fonds verwalteten Mittel verteilen sich auf mittlerweile nur noch 29 Anbieter. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor, zur Jahresmitte 2015, waren es noch 45 Anbieter - die damals rund 1,7 Billionen Euro unter sich aufteilten.

Zuletzt ist etwa die Degussa Bank nach Übernahme durch die Oldenburgische Landesbank vom Markt verschwunden. Ebenso ist die Apobank nicht mehr in der Liste zu finden, nachdem sie ihr Verwahrstellengeschäft an die DZ Bank verkauft hat. Zudem hat die niederländische Bank ABN Amro die deutsche Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe und damit auch deren Verwahrstellengeschäft übernommen. In der aktuellen Liste des BVI taucht HAL dennoch auf: Der neue wirtschaftliche Eigentümer hat die Marke bislang nicht umfirmiert.

Es steht auch ein weiterer Groß-Deal an: BNP Paribas will das deutsche Verwahrstellengeschäft von HSBC übernehmen - so dass die Liste der Verwahrstellen-Anbieter in Deutschland absehbar einen weiteren großen Namen verlieren wird. 

Unter den 29 in Deutschland noch aktiven Depotbanken verwalten 26 Häuser Anteile an offenen Wertpapierfonds, in denen insgesamt 2.567 Milliarden Euro lagern, neun kümmern sich um offene Sachwertefonds (308 Milliarden Euro) und elf um geschlossene Fonds (56 Milliarden Euro).

Dass sich der Wettbewerb unter den Fonds-Verwahrstellen in Deutschland konzentriert, lässt sich auch an der Verteilung der Fondsmittel ablesen lässt: Nur fünf Depotbanken verwalten mehr als zwei Drittel, nämlich 69 Prozent, der Gelder. Unter ihnen ist der französische Anbieter BNP Paribas mit knapp 700 Milliarden Euro in seiner deutschen Niederlassung der mit Abstand größte.