Die Frage, ob eine regelmäßige Depotpflege bei der Geldanlage sinnvoll ist oder ob man besser dem Motto „Kaufen und liegen lassen" folgt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Art der Investitionen, die individuelle Risikobereitschaft sowie die allgemeinen Marktbedingungen. Für die Depotpflege sprechen mehrere Argumente. Zunächst ermöglicht sie eine Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen. Da Märkte ständigen Schwankungen unterworfen sind, können neue Trends und Technologien bestimmte Sektoren begünstigen, während andere an Bedeutung verlieren. Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung des Portfolios hilft, auf diese Entwicklungen zu reagieren und es entsprechend auszurichten.

Darüber hinaus spielt das Risikomanagement eine wesentliche Rolle. Im Laufe der Zeit kann sich das Risiko innerhalb eines Portfolios verschieben, beispielsweise durch ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen. Durch eine gezielte Depotpflege kann das Portfolio rebalanciert und das Risiko besser kontrolliert werden. „Rebalancing ist wirklich kein Hexenwerk und sollte etwa einmal im Jahr durchgeführt werden", sagt Experte und Finfluencer Luca Rolle.

Rebalancing: Durch Umschichten auf den Markt reagieren

Ein weiterer Vorteil der Depotpflege liegt in der Optimierung der Performance. Nicht alle Anlageklassen oder Einzelwerte entwickeln sich gleich gut, und durch gezielte Umschichtungen kann die Gesamtperformance des Portfolios gesteigert werden. Zudem lässt sich durch eine rechtzeitige Umschichtung in schwächelnde Anlagen das Risiko größerer Verluste verringern.

Auf der anderen Seite gibt es auch gute Gründe, eine „Kaufen und liegen lassen"-Strategie zu verfolgen. Zahlreiche Studien zeigen, dass langfristige Investitionen, die ohne ständige Umschichtungen getätigt werden, oft bessere Ergebnisse erzielen als häufiges Handeln. Die Märkte haben eine langfristige Aufwärtstendenz, von der Investoren profitieren können, wenn sie ihre Positionen beibehalten. Darüber hinaus führt häufiges Umschichten zu höheren Transaktionskosten, sei es durch Gebühren oder Steuern, was die Rendite erheblich schmälern kann.

Am wichtigsten ist eine langfristige Anlagestrategie

 Ein weiterer Vorteil des Langfristansatzes ist die Vermeidung emotionaler Entscheidungen, insbesondere in volatilen Marktphasen. Wer eine langfristige Strategie verfolgt, ist weniger anfällig für impulsives Handeln, das oft zu suboptimalen Ergebnissen führt. Zudem maximiert das langfristige Halten von Aktien oder Fonds den Zinseszinseffekt, insbesondere wenn Dividenden reinvestiert werden. Von dieser Strategie erzählt Privatier Helmut Jonen in der aktuellen Folge von „Expedition Investment", der insgesamt 105 Positionen in seinem Portfolio hält.

Viele Experten sind sich einig, dass Depotpflege sinnvoll sein kann, wenn sie diszipliniert und systematisch durchgeführt wird, um auf Marktveränderungen zu reagieren und das Portfolio zu optimieren. Allerdings kann auch das „Kaufen und liegen lassen" eine effektive Strategie sein, insbesondere wenn es auf einer fundierten, langfristigen Anlagestrategie basiert. Für viele Anleger könnte eine Kombination beider Ansätze der richtige Weg sein: Eine regelmäßige, aber nicht übermäßige Überprüfung des Portfolios, um notwendige Anpassungen vorzunehmen, ohne den langfristigen Fokus aus den Augen zu verlieren. 

Fragen, die in der siebten Folge von „Expedition Investment" diskutiert werden:  

1.  Kaufen und liegen lassen – ist das noch zeitgemäß?

2. Wie oft sollte man ein Rebalancing machen?

3. Braucht man beim Rebalancing professionelle Hilfe?

4. Für wen lohnt sich eine Vermögensverwaltung?

Auf der Sucher nach Antworten, bekommen die Hosts Birte und Martin in dieser Folge wieder kompetente Unterstützung von: 

Luca Rolle: Der Kölner investiert vor allem in ETFs und Kryptowährungen und ist einer der bekanntesten Finfluencer im DACH-Raum. Auf seinen Social-Media-Kanälen kennt man ihn als „Finanzhacker", wo er hunderttausende Follower hat. 

Helmut Jonen:  Vor zehn Jahren beendete er seine Karriere als Banker bei der UBS in der Schweiz, wo er über 300.000 Schweizer Franken jährlich verdiente. Seitdem lebt er von seinen Dividendeneinkünften, die etwa 240.000 Euro pro Jahr betragen.

Hier geht es zur siebten Folge von „Expedition Investment – Staffel 2": 

Die zweite Staffel von „Expedition Investment" wird gesponsert von Xtrackers by DWS und MorgenFund.