Der alte Mann und die Aktien

„Kaufe billig, verkaufe teuer“ – diesen Leitspruch sollte jeder Anleger verinnerlichen. Wyser-Pratte hat dies getan und seine jüngsten Investitionen zeigen, dass im internationalen Vergleich deutsche Unternehmen immer noch als unterbewertet angesehen werden. Erstmals wagt sich Wyser-Pratte an einen Dax-Konzern heran. Die TUI ist für ihn ein zusammengewürfelter Haufen, die Fokussierung auf Containerschifffahrt und Reisen stört dabei auch andere Anleger. In den kommenden Monaten steht eine Schlammschlacht ins Haus. Wyser-Pratte ist kein Mann diplomatischer Wortwahl. Er will, dass TUI-Chef Michael Frenzel gefeuert wird, und den Konzern neu aufstellen. Mit derzeit einem Prozent aller Aktien ist das ein schwieriges Unterfangen. Ebenso ambitioniert ist das beim Seniorenheimbetreiber Curanum. Hier will der Investor entweder Zukäufe anstiften oder Curanum abwickeln. Bei Zukäufen ist ihm das Management sicher zugetan, denn bisher fehlte es dort an Geld. Doch ist blinde, schiere Größe im Gesundheitswesen die falsche Strategie. Das weiß man bei Curanum, Wyser-Pratte scheint es sich leichter vorzustellen. Oft schon ist die Strategie Wyser-Prattes aufgegangen. Diesmal wird es eine doppelte Nagelprobe und keinesfalls ein Persilschein für automatisch steigende Kurse.