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Lesedauer: 4 Minuten
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Finanzmittel für den Klimaschutz Der Countdown für die Milliarden-Mobilisierung läuft

Klimaaktivisten treffen Vorbereitungen für den Klimagipfel in Glasgow
Klimaaktivisten treffen Vorbereitungen für den Klimagipfel in Glasgow: Vermögensverwalter sind durch ihre Fähigkeit, Finanzmittel zu mobilisieren und Veränderungen bei Regierungen und Unternehmen anzustoßen, prädestiniert für die Bewältigung der Klimakrise. | Foto: Imago Images / i Images
Miranda Beacham, Aegon AM

Bereits auf dem Weltklimagipfel COP16 im Jahr 2010 in Cancún sagten die entwickelten Länder zu, bis 2020 gemeinsam 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu mobilisieren, um den Bedürfnissen der Entwicklungsländer gerecht zu werden. Obwohl diese Verpflichtung auch bei allen nachfolgenden Konferenzen im Mittelpunkt stand, konnten nur verhaltene Fortschritte erzielt werden. Die Pandemie hat die Herausforderungen noch verschärft, da ihre Auswirkungen in den Entwicklungsländern, von denen viele als hochgradig schuldengefährdet gelten, besonders deutlich zu spüren sind. Es ist daher nicht überraschend, wenn die Vereinten Nationen konstatieren müssen, dass das Ziel der Mobilisierung von jährlich 100 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung der Klimakrise in einkommensschwachen Ländern nicht erreicht wurde.

Natürlich muss von Regierungen erwartet werden, dass sie Maßnahmen ergreifen. Es ist jedoch klar, dass der Klimawandel erhebliche Anstrengungen von Unternehmen und Verbrauchern im Verbund mit der Politik erfordert. Als global aktiver Investor sind wir uns sehr bewusst, dass wir unseren Teil zu schnellen und weitreichenden Emissionsverringerungen beitragen können, indem wir die Finanzierung des privaten und des öffentlichen Sektors fördern, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen.

Auch kleine Maßnahmen haben gebündelt große Wirkung

Notwendig ist es daher, bei jeder Investitionsentscheidung das Klima zu berücksichtigen: Das gilt nicht nur bei privatwirtschaftlichen Investitionen, sondern auch bei allen Ausgabenentscheidungen, die Länder und internationale Finanzinstitutionen im Zusammenhang mit ihren Anreizen zur Konjunkturbelebung der Volkswirtschaften nach der Pandemie treffen.

In diesem Zusammenhang ist es erforderlich, dass Unternehmen die Risiken und Chancen, die der Klimawandel und die Umstellung auf eine Netto-Null-Wirtschaft für ihr Geschäft mit sich bringen, transparent darstellen. Zentralbanken und Regulierungsbehörden müssen außerdem dafür sorgen, dass das globale Finanzsystem den Auswirkungen des Klimawandels standhält und den Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft unterstützen kann. Banken, Versicherer, Investoren und andere Finanzunternehmen müssen sich dazu verpflichten, ihre Investitionen und die Kreditvergabe an der Netto-Null-Wirtschaft auszurichten.

Die Aktivitäten von Vermögensverwaltern wie Aegon Asset Management orientieren sich eng an diesen Zielen. Aber natürlich sind damit keine kleinen Herausforderungen verbunden: Die Institutionen, in die wir investieren, sind auf verschiedenen Kontinenten beheimatet, kommen aus unterschiedlichen Branchen und befinden sich in verschiedenen Entwicklungsstadien. Es ist daher unabdingbar, genau zu verstehen, worin wir investieren und wie jedes Unternehmen mit seiner großen Verantwortung umgeht. Für uns ist die Klimakrise ein entscheidender Faktor, den wir ganzheitlich berücksichtigen – alle Bereiche unseres Anlageuniversums müssen ihren Teil zur Lösung beitragen, auch wenn die einzelnen Maßnahmen auf den ersten Blick manchmal unbedeutend zu sein scheinen.

Gezieltes Engagement bei Aktien und Anleihen

Im Rahmen unserer Investitionen in Unternehmen ist in allen Fällen Engagement ein nützliches Instrument, um etwaige Bedenken zu äußern und gezielt Veränderungen in den Unternehmen auf den Weg zu bringen. Wir engagieren uns direkt und in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung, um sicherzustellen, dass unsere Botschaft ankommt. Bei Aktien haben wir den zusätzlichen Vorteil, dass wir auf den Hauptversammlungen der Unternehmen abstimmen können. Dabei stellen wir fest, dass immer mehr Beschlüsse zur Genehmigung von Plänen eingebracht werden, die entschieden nachhaltigen Charakter tragen. Auffällig ist darüber hinaus, dass Aktionäre verstärkt entsprechende Maßnahmen im Hinblick auf eine Strategie oder die Berichterstattung anregen.

Auf den Anleihemärkten investieren wir sowohl in Unternehmens- als auch Staatsanleihen. Bei den Unternehmensanleihen ist ein enormer Anstieg der als „grün“ bezeichneten Anleihen zu verzeichnen, wobei die aufgenommenen Mittel zur Finanzierung spezifischer Projekte zur Bekämpfung des Klimawandels verwendet werden. Auch der Markt für Staatsanleihen wird zunehmend vom Green-Bond-Ansatz geprägt. Obwohl unser Einfluss als Investor in diesem Bereich eher begrenzt ist, verfolgen wir hier dennoch einen pragmatischen Ansatz, um entsprechende Maßnahmen zu fördern, insbesondere durch unsere Mitgliedschaft in der Investment Association in Großbritannien und in der Eumedion-Stiftung in den Niederlanden.

Vermögensverwalter am langen Hebel

Es ist uns ein Anliegen, ESG-Kriterien ganzheitlich in die Analyse unserer Vermögenswerte in allen Anlageklassen und Regionen zu integrieren. Wir berücksichtigen Nachhaltigkeit bereits bei der Auswahl unserer Investitionen und überwachen fortlaufend, wie sich unsere Assets in dieser Hinsicht entwickeln.

Die Branche der Vermögensverwaltung ist sicherlich nicht die CO2-intensivste Branche der Welt. Aber durch unsere Fähigkeit, Finanzmittel zu mobilisieren und Veränderungen bei Regierungen, Unternehmen und innerhalb unserer eigenen Branche anzustoßen, sind wir in beträchtlichem Maß in der Lage, etwas zu bewirken.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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