Unterstützer von Donald Trump Foto: imago images / ZUMA Wire

Norbert Hagen über Währungen

Der Dollar ist überbewertet

Nach der US-Präsidentschaftswahl dominieren an den Finanzmärkten wieder die Nachrichten im Zusammenhang mit Covid-19. Hier gibt es sowohl negative, als auch positive Entwicklungen. In Europa und in den USA bewegt sich die Zahl der Corona-Neuinfizierten weiter auf einem (zu) hohen Niveau.

In der Schweiz sind bereits alle Intensivbetten in den Krankenhäusern belegt. Die verschiedenen Regierungen verhängen vor diesem Hintergrund erneut Lockdown-Maßnahmen und fahren damit die Wirtschaft wieder zu einem Teil herunter.

Norbert Haqen
Foto: InvestmentBank

Die Anleger hingegen fokussieren sich eher auf die guten News. So gibt es ermutigende Signale aus der Healthcare-Branche. Sowohl das deutsche Unternehmen Biontech, als auch der amerikanische Konkurrent Moderna stehen bei einem Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2 offenbar kurz vor dem Durchbruch.

Auch Astrazeneca vermeldet positive Testergebnisse. Eine Markteinführung scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, möglicherweise startet sie noch in diesem Jahr. Weitere Impfstoffkandidaten werden wahrscheinlich schon bald folgen. Die Rückkehr zur Normalität wird langsam wieder zur echten Option.

Das sorgt vor allem an den Aktienmärkten für gute Stimmung. Der amerikanische S&P 500 notiert auf Rekordniveau. Vor allem zyklische Aktien sind zuletzt gut gelaufen. Auch die Rentenmärkte reagieren erfreut und treiben insbesondere die Kurse risikoreicher Junkbonds nach oben. Die Spreads dieser riskanteren Anleihen haben sich auf ein Niveau verengt, das es zuletzt im Mai 2019 gab.

Dollar unter Druck

Interessante Entwicklungen gibt es an den Währungsmärkten. So ist der Dollar-Index der amerikanischen Notenbank Fed auf den tiefsten Stand seit 19 Monaten gefallen. Dabei wird es aller Voraussicht nach nicht bleiben. Es wird zwar in Euroland zu weiteren Lockerungen der Notenbank kommen. So sind im Euroraum im September die Preise um 0,3 Prozent gefallen. Damit steigt der Druck auf die EZB, weiter gegenzusteuern. EZB-Chefin Christine Lagarde hat sich bereits in dieser Richtung geäußert.

In den Vereinigten Staaten scheint dagegen die Politik zumindest in den kommenden Wochen blockiert zu sein. Mehr QE in Europa und ein zwischenzeitlicher geldpolitischer Stillstand in den USA hätte kurzfristig sicher einen negativen Einfluss auf den Euro, der seine nächste Unterstützungslinie bei einem Kurs von 1,15 US-Dollar hat.

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