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DER-FONDS-Musterdepots: Trendy, antizyklisch, offensiv oder defensiv

Mit den beiden zum 1. Dezember 2009 eingeführten Musterdepots „Trend“ und „Turnaround“ versucht die Redaktion von DER FONDS, scheinbar Gegensätzliches miteinander zu verbinden – und das auf gleich zwei Ebenen.

Erste Ebene: Buy-and-hold oder Absolute Return?

Man muss einen einmal gekauften Aktienfonds nur lange genug halten, um mit ihm bessere Ergebnisse zu erwirtschaften als mit jeder anderen Anlage – das war über Generationen hinweg eine in Stein gemeißelte Grundregel der Investment-Industrie. Doch die Technologieblase zur Jahrtausendwende und die Finanzkrise 2008 haben den Granit mächtig bröckeln lassen: Zwischenzeitlich lagen viele Aktienfonds selbst über zehn Jahre noch im Minus, von einer Rentenfonds überlegenen Rendite gar nicht zu reden. Ein mehr als unbefriedigender Zustand, der bei einigen Japan-Fonds sogar schon mehr als 25 Jahre andauert.

Der Buy-and-hold-Gedanke ist tot, verkünden deshalb seit 2002 die Anbieter sogenannter Absolute-Return-Fonds. Sie stellen aus den verschiedensten Zutaten einen Anlage-Mix zusammen, der möglichst in jedem Kalenderjahr einen positiven Ertrag abwerfen soll. Einige machen das recht erfolgreich, andere wiederum verzetteln sich und bleiben den im Vergleich zu einer risikolosen Geldmarktanlage versprochenen Mehrertrag ein ums andere Mal schuldig.

Welche Seite hat Recht? Eine Diskussion, auf die sich die Redaktion von DER FONDS in den Musterdepots gar nicht erst einlässt.

Selbstverständlich versprechen Aktien als Risikopapiere langfristig einen höheren Ertrag als Bundesschatzbriefe oder Staatsanleihen. Aber, das ist das Entscheidende: Man darf nicht zu 100 Prozent in ihnen investiert sein, wenn an den Märkten alle Zeichen auf Sturm stehen.

Selbstverständlich ist es sinnvoll, Verluste zu begrenzen und mit dem eigenen Depot einen absoluten Ertrag anzustreben. Aber muss es denn zwangsläufig in jedem Kalenderjahr sein? Je enger das Korsett, desto begrenzter die Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite.

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Pragmatismus und Flexibilität – auf diesen beiden Pfeilern ruht aus dem zuvor Ausgeführten abgeleitet das Konzept der beiden Musterdepots „Trend“ und „Turnaround“. Konkret: Beide Depots enthalten überwiegend klassische Aktienfonds, variieren jedoch deren Gewichtung und haben das oberste Ziel, keinen einzigen rollierenden Fünf-Jahres-Zeitraum mit einem Verlust abzuschließen. Darüber hinaus streben alle drei Depots auf Sicht von zehn Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von mindestens 6 Prozent an.

Zweite Ebene: Trend oder Turnaround?

Um mit Investmentfonds Geld zu verdienen, gibt es die unterschiedlichsten Strategien. Ein langfristig sehr erfolgreicher Weg, den auch viele Dachfondsmanager gehen, führt über die klassische Trendfolge-Methode: Ins Portfolio kommen ausschließlich Fonds, die einen intakten Aufwärtstrend aufweisen. Bricht ein Trend, wird die entsprechende Position verkauft.

Antizyklisch orientierte Anleger handeln genau entgegengesetzt: Sie halten nach stark gefallenen Fonds Ausschau, für die sich zum Zeitpunkt des Kaufs kaum jemand interessiert. Entdeckt die breite Masse den Markt neu, verkaufen sie in die fällige Erholung hinein. Langfristig und konsequent umgesetzt lassen sich auch damit weit überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.

Auf die Frage, welche der beiden beschriebenen Strategien die erfolgversprechendere ist, gibt DER FONDS ebenfalls eine pragmatische Antwort: Man weiß es nicht so genau. Deshalb führt die Redaktion sowohl ein Trend-Depot als auch ein bewusst antizyklisch aufgestelltes Turnaround-Depot.