Nicholas Albert, Gründer des Nicholas Fund und Langzeitmanager (Foto: Bob Rashid/photos.news.wisc.edu)

Nicholas Albert, Gründer des Nicholas Fund und Langzeitmanager (Foto: Bob Rashid/photos.news.wisc.edu)

Der Fonds-Opa

Über 80-jähriger Gründer des Nicholas Fund denkt nicht ans Aufhören

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Kennen Sie Albert Nicholas? Er ist mit 83 Jahren genauso alt wie Investmentlegende Warren Buffett und hat seinen Fonds, den Nicholas Fund, 1969 gestartet – gerade einmal vier Jahre, nachdem Buffett Berkshire Hathaway gegründet hatte. Seine Performance ist ebenfalls beachtlich: Mit einem Plus von 11,4 Prozent pro Jahr seit Auflegung liegt er wie Buffett vor dem US-Leitindex S&P 500. Der Index schaffte im Schnitt nur 10 Prozent pro Jahr.

Anders als Buffett steht Nicholas jedoch nur selten im Rampenlicht. Jetzt hat der Langzeitmanager immerhin einen Kurzstreckenrekord erzielt: Der Datendienst Bloomberg hat ihn jüngst für den höchsten absoluten Ertrag bei unterdurchschnittlichem Risiko über drei Jahre ausgezeichnet.

Verglichen wurden 82 Fonds mit einem Volumen von mindestens einer Milliarde Dollar, die Aktien großer US-Wachstumsunternehmen kaufen. Ein klassischer Growth-Investor ist Nicholas allerdings nicht. „Wir suchen zwar nach Wachstum, aber unsere erste Regel lautet, Verluste zu vermeiden.“ Seine Anlagestrategie ähnelt mehr dem Ansatz von Value-Investor Buffett. Nicholas bevorzugt gute Dividendenzahler mit niedrigen Kurs-Gewinn- und Kurs-Buchwert-Verhältnissen.

Weitere gern gesehene Eckdaten: Wachstumspotenzial von mindestens 10 Prozent pro Jahr, Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent, Verschuldung unter 50 Prozent. Außerdem sollen die Unternehmen eine starke Marke und ein gutes Management haben. Viele davon scheint es nicht zu geben: Gerade einmal 41 Titel hat Nicholas im Portfolio.

Keine Technologieaktien


Hat es ein Unternehmen mal geschafft, hält er es auch gerne eine Dekade oder länger. „Wir kleben nicht an unseren Titeln, aber wir sind geduldig“, so Nicholas. Walgreen beispielsweise ist so eine Langzeit-Holding und inzwischen die zweitgrößte Titelposition. Die Einzelhandelskette verkauft Pharmazieprodukte in den USA. Nicholas: „Walgreen verkauft nicht nur Original-Medikamente, sondern auch Generika, die immer stärker akzeptiert werden.“

Die Firma könne jedes Jahr 10 bis 15 Prozent mehr erwirtschaften. „Sie ist zwar hauptsächlich auf den US-Markt fokussiert, aber mit dem jüngsten Kauf von Alliance Boots aus Großbritannien stellt sie sich deutlich globaler auf“, so Nicholas.

Zykliker wie Chemie- oder Stahlkonzerne kommen ihm nicht ins Portfolio. Wie Buffett meidet er Technologieaktien, weil sie schwer zu verstehen sind. Und weil er während des Internet-Booms gehörig auf die Nase gefallen ist. Die meisten Titel findet Nicholas derzeit im Gesundheitssektor, dem Nicht-Basiskonsum und in der Finanzbranche.

Wie Buffett denkt auch Nicholas noch lange nicht ans Aufhören. In seiner Freizeit ist er inzwischen zwar von Basketball auf Golf umgestiegen, aber den Wettbewerb liebt er immer noch. Nicholas: „Das ist das Beste an diesem Geschäft. Herauszufinden, ob wir die anderen Jungs schlagen können.“


Quelle: Bloomberg

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