(Quelle: DAS INVESTMENT) Längst ist der Konsum zu einer tragenden Säule der meisten Schwellenländer-Volkswirtschaften geworden. Weil der Wohlstand wächst, leisten sich Asiaten, Osteuropäer und Afrikaner immer mehr und kurbeln damit die heimische Wirtschaft an.

Doch nicht nur die: Neben lokalen Unternehmen profitieren in zunehmendem Maße die Luxuskonzerne Europas und Amerikas davon, dass in den Schwellenländern immer mehr Menschen immer mehr Geld zur Verfügung haben. Christian Dior, Louis Vuitton und Moet Hennessy (LVMH), Porsche, Burberry und Bulgari haben längst einen Platz in den Geschäften der boomenden Metropolen der Schwellenländer. Vor allem Russen, Inder, Chinesen und Saudis mit prall gefüllten Bankkonten konsumieren ohne Rücksicht auf Preise und Geschmack: Gerade in den aufstrebenden Märkten gelten Marken als Statussymbole, die den neu gewonnenen Wohlstand zeigen sollen.

Besonders groß ist der Hang zum Luxus in Russland und China. Laut dem Magazin „Forbes“ leben in Moskau heute mehr Milliardäre als in jeder anderen Metropole. Russland ist mit 53 Dollar-Milliardären auf der Weltrangliste der Superreichen auf Platz 3 aufgestiegen, nach den USA und Deutschland. Insgesamt haben die russischen Milliardäre ein Vermögen von zusammen 337 Milliarden Dollar angehäuft – mehr als ein Viertel des russischen Bruttoinlandproduktes.

Chinas Neureiche sind bereits jetzt für 12 Prozent des weltweiten Umsatzes der Luxusgüterindustrie verantwortlich. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil gerade einmal bei einem Prozent. So wurden in Peking bisher mehr Bentley-Limousinen verkauft als in jeder anderen Stadt weltweit. 1,4 Millionen Euro kostet die Premium-Variante aus der britischen Edelschmiede.

Für China, Indien und Russland erwarten Analysten jährliche Wachstumsraten im Luxussegment von 15 Prozent. Doch auch anderswo steigt die Zahl der Reichen kontinuierlich. Weltweit gibt es so viele Dollar-Millionäre wie nie zuvor. Rund 9 Millionen Menschen haben ein liquides Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Und klar ist schon heute: Auch in den kommenden Jahren wird die Zahl der Millionäre stark anziehen. Schätzungen der Investmentbank Credit Suisse zufolge wächst die Zahl der sogenannten High Net Worth Individuals weltweit Jahr für Jahr um 6,5 Prozent.

Und nicht nur die Zahl der Millionäre steigt. Auch die Summen, die sie auf den Konten haben, werden größer. „Die Luxusgüterindustrie profitiert davon, dass Vermögende zunehmend reicher werden“, sagt Scilla Huang Sun, Analystin der Schweizer Privatbank Clariden Leu. Geld können sie daher immer ausgeben - auch wenn sich die Gesamtwirtschaft in einer Schwächephase befindet wie aktuell in den USA. „Das Segment ist langfristig betrachtet nahezu unabhängig von konjunkturellen Schwankungen“, erklärt Sun.

Das macht gerade in der aktuell unsicheren Lage an den Finanzmärkten die Aktien von Luxusgüter-Firmen attraktiv. Zu Unrecht wurden sie mit dem Gesamtmarkt abgestraft und bieten daher vielfach günstige Einstiegskurse.