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Der große China-Check Teil 3: Gibt es eine Immobilienblase?

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Ein so teures Hühnchen wie Anfang März hatte Zhao Rui noch nie gegessen. Bevor der 28-jährige Geschäftsführer und seine Freundin ihren Wohnungskauf in Peking abschlossen, gingen sie einen Happen essen. Als sie zurückkamen, war die Zweizimmerwohnung vergriffen. Ein paar Wochen später zahlten sie für ein vergleichbares Objekt 400.000 Yuan mehr – rund 44.000 Euro.

In China riecht es stark nach Immobilienblase: Im ersten Quartal stiegen die Preise im Schnitt um 16 Prozent. 2009 waren es insgesamt 25 Prozent. Doch der Markt ist nicht einheitlich. So errechneten die Asien-Spezialisten der DWS: Während sich ein Durchschnittsbürger in den erstklassigen Städten bestimmt keine Wohnung mehr leisten kann, ist das in zweitrangigen Städten noch gut möglich (siehe Grafik unten). Deshalb klingt die Erklärung logisch, es gebe nur lokale Blasen.

Trotzdem steuert die Regierung bereits gegen. „Sie wird mehr Grundstücke zum Bebauen freigeben und die Nachfrage durch Steuern und strengere Kreditregeln dämpfen“, sagt Cong Zheng (Foto), gebürtiger Schanghaier und Geschäftsführer der auf China spezialisierten Immobiliengesellschaft Global Skyline Capital.
Einiges ist schon passiert: Käufer müssen für eine Zweitwohnung 50 statt 40 Prozent vom Kaufpreis anzahlen. In einigen Städten gibt es demnächst als Pilotprojekt eine Grundsteuer, um Spekulationen zu dämpfen und Zweitwohnungen zu vermiesen. Wer als Bauträger Wohnungsverkäufe verzögert, um die Preise zu treiben, wird bestraft. Zudem will die Regierung dieses Jahr 1.800 Quadratkilometer für neue Wohnungen freigeben. Mehr als das Doppelte des Vorjahres.

Prügelei um Wohnraum

Trotzdem kann sich Zheng einen Nachfrage-Crash nicht vorstellen. „Eine Wohnung zu haben gehört in China zu den Kernaufgaben des Lebens. Mieten ist nur eine Übergangslösung.“ Allein durch die riesige Völkerwanderung in die Städte bleibe Wohnraum weiterhin knapp.

So knapp, dass sich im April mehr als 4.000 Bewerber in Hangzhou so heftig um 224 Wohnungen stritten, dass die Bauentwickler die Polizei riefen.



Zu den anderen Teilen unseres China-Checks "Läuft die Wirtschaft zu heiß?" und "Ist ein fester Yuan Gift für die Wirtschaft?"

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