Der Krisengewinner
(Quelle: DAS INVESTMENT) Als am 21. Januar dieses Jahres die Kurse an den Aktienmärkten einbrachen, sackte zum Erstaunen vieler Anleger auch der Goldpreis ab. Der Verlust betrug jedoch gerade einmal gut 2 Prozent und schon am nächsten Tag setzte der Preis des gelb schimmernden Metalls seinen Höhenflug in Richtung 900 US-Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm) fort. Ende Januar notierte das Edelmetall mit 926 Dollar bereits höher als je zuvor. Und Mitte März knackte der Goldpreis zum ersten Mal in seiner Geschichte die 1.000-Dollar-Marke. Damit hat das edle Metall allein in den vergangenen zwölf Monaten um über 50 Prozent zugelegt.
Und die Aussichten für Goldinvestoren sind auch weiterhin goldig. Das Edelmetall gilt als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Und Unsicherheiten gibt es derzeit viele: Zu nennen sind hier vor allem die Bankenkrise, die Angst vor der Rezession in den USA, ein schwacher US-Dollar, die steigenden Preise für Öl und Rohstoffe und das dadurch steigende Preisniveau und nicht zuletzt die starken Schwankungen an den internationalen Aktienmärkten.
Die Höhe des Goldpreises bestimmen neben den psychologischen Faktoren vor allem die Fördermengen der Goldminen, die Nachfrage aus den asiatischen Ländern, der Goldhandel der Notenbanken und in zunehmendem Maße die institutionellen Investoren. Dazu zählen nicht nur Pensionsfonds und Stiftungen, sondern auch Hedge-Fonds und börsengehandelte Goldfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETF). Letztere hinterlegen für jeden Fondsanteil eine bestimmte Menge Gold. Inzwischen gibt es weltweit 14 ETFs, die insgesamt 900 Tonnen des edlen Metalls eingelagert haben. Hedge-Fonds spekulieren am Terminmarkt auf einen weiter steigenden Goldpreis und erhöhen damit ebenfalls in erheblichem Maße die Nachfrage.
Fundamental ist der Höhenflug des Goldpreises einfach zu begründen: Die Nachfrage steigt, während das Angebot sinkt oder zumindest nicht steigt. Seit Jahren nimmt beispielsweise die Goldproduktion des langjährigen Hauptförderers Südafrika nicht mehr zu. Grund dafür ist zum einen die enorme Tiefe der Minen, zum anderen ständige Stromengpässe. So kam es beispielsweise Ende Januar dieses Jahres zu einem Produktionsstopp in den Goldbergwerken, weil der Minenbranche am Kap weniger Strom zugeteilt wurde. Nach Angaben der südafrikanischen Goldförderer ist die Produktion darum allein im ersten Quartal dieses Jahres um 25 Prozent gesunken.
Hinzu kommt, dass sich die Förderung zunehmend von Südafrika, Nordamerika und Australien in Entwicklungsländer wie das restliche Afrika und Lateinamerika, und hier besonders nach Peru verlagert. Diese Regionen haben jedoch ein höheres politisches Risiko. Das Angebot dürfte darum eher auf seinem Niveau verharren.
Zudem gibt es noch ein ganz pragmatisches Argument für einen weiter steigenden Goldpreis: die Vergangenheit. Die kürzeste Rohstoffhausse hat 15 Jahre gedauert, die längste 23 Jahre. Demnach wäre der aktuelle Aufschwung erst zwischen 2016 und 2024 zu Ende.
