Egon Wachtendorf

Egon Wachtendorf

Der Luxus des Dieter B.

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Vor diesem Hintergrund scheint es glaubhaft, dass Bohlen („Ich sag’ immer die Wahrheit”) das Horrorjahr 2008 mit einer schwarzen Fünf vor dem Komma abgeschlossen haben will. Die dramatisch gesunkenen Zinsen für diese Anlageform stören ihn eigenem Bekunden zufolge nicht. Wie bei Millionen anderen Deutschen auch waren es die mit Aktien erlittenen Verluste, die den Pop-Millionär ganz entgegen seinem sonstigen Auftreten bescheiden gemacht haben. Der Unterschied: Dieter Bohlen kann sich diese Bescheidenheit leisten – selbst dann, wenn steigende Inflationsraten den Realzins künftig über Jahre ins Minus drücken sollten. Solange der Staatsbankrott oder drastische Währungsschnitte ausbleiben, lässt es sich mit dem von ihm angehäuften Vermögen mehr als gut leben. Bei der Masse der Kunden, die Bohlens Zuhörer in Mannheim betreuen, sieht das anders aus: Sie müssen ihr Kapital nicht nur erhalten, sondern es nach Inflation und Steuern vermehren, wenn sie in 20, 30 oder 40 Jahren einigermaßen passabel über die Runden kommen wollen. Dafür waren Festgelder jedoch zu allen Zeiten die denkbar schlechteste Anlage – im aktuellen Marktumfeld höchstens übertroffen von lang laufenden Staatsanleihen.