Manager des Union Privatfonds Kontrolliert „Wird Ihnen schon mulmig, Herr Wagner?“

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Am Ende entscheiden also Sie, wie Sie auf nervöse Märkte reagieren.

Wagner: Genau. Wir haben zwar einen vorgegebenen Rahmen, aber auch viele Freiheiten. Das ist Absicht, damit wir nicht gleich bei jeder kleinen Marktbewegung reagieren müssen. Ständig ein- und auszusteigen, ist nicht im Sinne dieses Produkts. Trotzdem haben wir eine große Dynamik. In den Abstürzen 2011, 2015 und 2016 sind wir konsequent und schnell ausgestiegen.

Aber den ersten Einbruch nehmen Sie immer mit, denn der sorgt ja erst für die steigende Vola.

Wagner: Wenn wir mit erhöhten Aktienquoten unterwegs sind, dann trifft das auch uns. Bislang hat es aber funktioniert, dass wir zu einem guten Zeitpunkt rausgekommen sind. Das muss nicht immer klappen, ich bin aber zuversichtlich, dass es uns häufig gelingt.

Dürfen Sie nach dem Absturz bei noch hoher Vola schon wieder einsteigen, oder müssen Sie auf ruhige Zeiten warten?

Wagner: Dank einiger Freiheiten dürfen wir die Aktienquote schon wieder aufbauen, wenn wir der Meinung sind, dass es das war. Selbst wenn die Vola noch hoch ist. Wir haben außerdem eine maximale und eine minimale Aktienquote eingebaut, die wir nicht über- und unterschreiten dürfen. Man könnte das als antizyklische Komponente bezeichnen. Wenn die Aktienquote unter das Minimum sinkt, müssen wir automatisch nachkaufen.

Fondsmanager Alexander Wagner Foto: Dirk Beichert

Da hätte ich gern ein paar Zahlen.

Wagner: Die Zielvolatilität des Fonds liegt bei 4 Prozent im Jahr und die maximale Aktienquote bei 45 Prozent. In besonders ruhigen Zeiten hätte die Aktienquote teilweise bei 60 Prozent liegen müssen. Das wollten wir aber nicht. Also haben wir zugunsten der Sicherheit auch eine niedrigere Vola akzeptiert. Andererseits liegt die Mindestquote für Aktien bei 5 Prozent. Damit stellen wir sicher, dass wir auch in Krisenzeiten zumindest einen kleinen Aktienanteil haben.

Wäre es nicht besser, die Anlageklassen mit starren Quoten aufzuteilen? Dann bräuchten Sie die Märkte nicht vorherzusehen und wären strikt antizyklisch.

Wagner: Aber dann würde die Volatilität unseres Fonds stark schwanken. Das wollen wir nicht. Wir wollen ein stabiles Risiko erreichen und richten danach das Portfolio aus. Wir haben den Ansatz also umgedreht. Ich glaube, dass es Anleger anerkennen, wenn man in Krisen Risiken zunächst rausnimmt und nicht gleich nachkauft. Letzteres halte ich in schweren Krisen ohnehin für keine gute Idee.