Manager des Union Privatfonds Kontrolliert „Wird Ihnen schon mulmig, Herr Wagner?“

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Wie wählen Sie die Märkte aus, in denen Sie anlegen?

Wagner: Das ist eine Mischung aus der hauseigenen Makro-Einschätzung, die uns Leitplanken setzt, unserer Research-Meinung und unseren themengetriebenen Ideen. Wir diskutieren viel in den Teams, tauschen Meinungen aus und entwickeln so unsere Allokation für Regionen, Anlageklassen und so weiter. Das ist in erster Linie fundamental getrieben. Wir achten aber auch auf das Sentiment, wie also andere Anleger aufgestellt sind.

Haben Sie ein Beispiel?

Wagner: Zurzeit beschäftigt uns das Thema Hightech aus den USA und Asien. Fundamental betrachtet ist das sicherlich ein klarer Trend, der weitergehen wird. Aber Anleger sind dort eben auch schon stark positioniert, was die Aktien zuweilen teuer werden lässt und immer wieder zu Abverkäufen führt. Das muss man dann auch taktisch beachten.

Wie wählen Sie die Anlagevehikel aus?

Wagner: Unser Schwerpunkt liegt in aktiv gemanagten Fonds.

Indexfonds sind billiger.

Wagner: Wir glauben, dass ausgewählte aktive Fonds uns einen Mehrwert bringen, was die Wertentwicklung nach Kosten angeht. Wir nutzen aber auch ETFs, wenn wir für einen bestimmten Bereich keine aktiven Fonds finden, die wir für gut genug halten.

Fondsmanager Alexander Wagner Foto: Dirk Beichert

Oder der Markt ist abgegrast und dadurch schwer zu schlagen.

Wagner: Genau. In den USA ist es zum Beispiel schwierig geworden, gute aktiv gemanagte Fonds zu finden. Deshalb sind wir häufig passiv unterwegs und greifen zu ETFs oder Derivaten.

Nutzen Sie Derivate flächendeckend?

Wagner: Durchaus. Wir reden hier aber meist über normale, börsengelistete Index-Futures und nicht etwa exotische Spezialkonstruktionen. Damit können wir trotz unseres Fondsvolumens schnell handeln und im größeren Stil in Märkten ein- und aussteigen, ohne Zielfonds in Schwierigkeiten zu bringen. Zertifikate nutzen wir hauptsächlich für Rohstoffe, in Form von Exchange Traded Commodities.