Axel Riedel

Axel Riedel

„Der Markt für Schwellenländer-Anleihen ist mittlerweile liquide“

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Axel Riedel ist als Head of Intermediary Business vom SPDR-Mutterunternehmen SSgA in Deutschland und Österreich für die Betreuung institutioneller Kunden, darunter Banken, Versicherungen, Dachfondsmanager und Vermögensverwaltungen, verantwortlich.

DAS INVESTMENT.com: Welche Produktidee steht hinter dem SPDR Barclays EM Inflation Linked Local Bond ETF?

Axel Riedel: Mit diesem weltweit ersten Emerging Markt Inflation Linked ETF erhalten Investoren erstmals einen einfachen Zugang zu inflationsgeschützten Emerging-Markets-Anleihen, die auf lokalen Währungen lauten. Sie können damit ihr Portfolio also weiter diversifizieren.

DAS INVESTMENT.com: Das Produkt soll einerseits das Inflationsrisiko in den EM ausschließen, spielt aber mit dem Risiko des Währungskurses? Warum nicht ein Euro-abgesicherter ETF?

Riedel: Wir bieten Investoren das volle Risiko und Rendite-Profil, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen haben die lokalen Währungen aufgrund der positiven Wachstumsaussichten und der soliden Fundamentaldaten noch Potenzial nach oben. Zum anderen können Kunden so selbst entscheiden, ob sie ihre Währungsrisiken mittels eines Overlays absichern möchten.

DAS INVESTMENT.com: Mit welchem Inflationsszenario in den Emerging Markets rechnen Sie in den kommenden fünf Jahren?

Riedel: Dem Internationalen Währungsfonds zufolge werden die Schwellenländer Inflationsraten von voraussichtlich rund 4,5 Prozent in den kommenden Jahren aufweisen. Zum Vergleich: Die meisten entwickelten Volkswirtschaften liegen bei knapp 2 Prozent.

DAS INVESTMENT.com: Warum macht es für Anleger ihrer Meinung nach Sinn, in den Schwellenmärkten über passive, und nicht aktive Investmentfonds zu investieren?

Riedel: Mit dem Kauf dieses einen ETFs erhalten Investoren einen diversifizierten und liquiden Marktzugang und zusätzlich volle Transparenz über sämtliche Bestände auf täglicher Basis. Sicher, es wird immer aktive Fondsmanager geben, die es schaffen, eine Benchmark zu übertreffen. Einige dieser aktiven Manager sind sogar unsere größten ETF-Kunden.

Meines Erachtens müssen die Investoren jedoch selbst darüber urteilen, ob sie die Kosten eines aktiven Managements tragen wollen. Im ersten Schritt muss dieser Outperformer ja auch erst gefunden und dann laufend beobachtet werden. Ein Core-Satellite-Ansatz, bei dem Märkte passiv und kostengünstig erschlossen werden, kann hier durchaus mehr Sinn machen.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es einen Liquiditätsengpass bei den Emerging Markets?

Riedel: Der Markt für inflationsgebundene Emerging-Markets-Anleihen ist in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen. So verdoppelte sich die Zahl der Emittenten, die Zahl der Emissionen verdreifachte sich sogar. Insgesamt beläuft sich das Marktvolumen derzeit auf rund 600 Milliarden US-Dollar. Inzwischen hat das Marktsegment genügend Volumen und entsprechende Liquidität für einen indexierten Anlageansatz erreicht.

DAS INVESTMENT.com: Was war die größte Herausforderung bei der Produktkonzeption des SPDR Barclays EM Inflation Linked Local Bond ETF?

Riedel: Eine unserer SPDR-Umfragen ergab, dass Vermögensverwalter und Pensionsverantwortliche der Inflation zunehmend einen höheren Stellenwert einräumen. Fast 70 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Inflation in Schwellenländern höher liegen wird als in den entwickelten Märkten. Allerdings haben lediglich 19 Prozent einen einfachen Zugang zu inflationsindexierten Schwellenländeranleihen. Die Herausforderung bestand also darin, ein Produkt zu konzipieren, das effizient, transparent und zu vertretbaren Kosten zu dieser Asset-Klasse einen einfachen Zugang ermöglicht.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es eine Investorengruppe, an die der ETF ausgerichtet ist?

Riedel: Der neue ETF eröffnet im Grunde zwei Investorengruppen ein neues Spielfeld. Zum einen denjenigen, die ihr Schwellenländeranleihen-Portfolio über die üblichen Schwellenländer-Anleihen hinaus diversifizieren und zum anderen solchen, die bereits über inflationsindexierte Anleihen verfügen, ihr Portfolio aber noch mit einer Schwellenländerkomponente erweitern wollen.

Die meisten europäischen Vermögensverwalter und Pensionsverantwortliche sind der SPDR-Umfrage zufolge bereits in Schwellenländer investiert, 47 Prozent der Befragten planen ihre EM-Investments in den kommenden drei Jahren zu erhöhen. Wesentliche Gründe dafür sehen knapp die Hälfte im Vorteile der Diversifizierung und vier von zehn Befragten in den herausragenden Renditechancen von EM-Anleihen.

Doch den meisten Investoren bereitet ein möglicher Inflationsanstieg Sorgen. Dreiviertel der Befragten rechnen mit einer Zunahme der globalen Teuerung in den kommenden ein bis drei Jahren und knapp 70 Prozent sind der Ansicht, dass die Inflation in den Schwellenländern dabei stärker anziehen wird als in den entwickelten Industrienationen.

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