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Strategien für nachhaltige Erträge

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Vincent McEntegart, Co-Manager des Aegon Global Diversified Income Fund Foto: Aegon AM
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Multi-Asset-Strategien von Aegon AM

„Der Wert von Kryptowährungen hat zugenommen, die Kritik aber auch“

Herr McEntegart, welche Entwicklungen an den Märkten begünstigen jetzt Multi-Asset-Fonds?

Vincent McEntegart: Gerade in der jetzigen Phase sind die Märkte wieder einmal unberechenbar. In den USA und in anderen Teilen der Welt erscheint der Aktienmarkt überbewertet. Für viele Anleger ist das ein Grund zur Sorge. Im Anleihemarkt hingegen sind die Renditen seit langer Zeit sehr niedrig. Obwohl wir am Beginn eines neuen Wirtschaftsaufschwungs stehen – nachdem es danach aussieht, dass die Pandemie über kurz oder lang eingedämmt werden kann – halten sich Anleger mit dem Kauf von Risikoanlagen zurück. Aktien beispielsweise sehen teuer aus. In anderen Marktphasen hätte das Fondsmanagement nach dem Ende eines Abschwungs und am Beginn des Konjunkturaufschwungs Fixed-Income-Strategien untergewichtet. In der jetzigen Lage ist das anders; es erscheint ratsam, festverzinsliche und damit berechenbare Assets im Portfolio zu haben.

Welchen Ansatz favorisiert das Aegon-Team im Bereich Fixed Income derzeit?

McEntegart: Wir suchen rund um die Welt nach den besten Anlagechancen. Die in Den Haag und Edinburgh beheimateten Multi-Asset-Teams wurden daher jüngst mit zwei US-Experten verstärkt. Sucht man im Multi-Asset-Bereich weltweit nach optimalen Anlagezielen, muss ein erfahrenes, tüchtiges und global vernetztes Team zur Verfügung stehen, das seine Markteinschätzungen untereinander diskutiert und zu gemeinsamen, erfolgreichen Investmententscheidungen findet.

Inwieweit ist das Aegon-Team hin und wieder auch einig in der Ablehnung von bestimmten Assets? Wie steht Aegon beispielsweise zu Kryptowährungen?

McEntegart: Unsere Fonds sind Ucits-Fonds und unterliegen strikter Regulierung. Wir können daher nicht in Bitcoin und Co. investieren – und wollen es im Übrigen auch nicht. Zwar hat der Wert von Kryptowährungen in der Vergangenheit zugenommen, die Kritik an ihnen aber auch. Ebenso spielt beispielsweise Gold keine große Rolle in unseren Multi-Asset-Strategien. Weil das Edelmetall – ähnlich wie Wein, Kunst und Oldtimer – keine Zinsen abwirft, bleibt es in unserem Aegon Global Diversified Income Fund außen vor.

Stattdessen setzt das Fondsmanagement bekanntermaßen unter anderem auf alternative Investments?

McEntegart: In der Tat, etwa im Bereich Immobilien. Hier gibt es genügend Gelegenheiten, um zuverlässig Erträge zu erwirtschaften. Wir sehen uns als Stockpicker sowohl im Aktien- als auch im Anleihebereich. Wir kaufen keine ETFs auf breite Indizes, sondern suchen nach Einzeltiteln mit hervorragendem Wachstumspotenzial, das andere Marktteilnehmer nur möglichst schwer angreifen können.

Könnten Sie das Beispiel Immobilien ein wenig ausführen?

McEntegart: Ein Ucits-Fonds wie der Aegon Global Diversified Income Fund unterliegt selbstverständlich gewissen Liquiditätsvorschriften. Daher ziehen wir im Immobilienbereich entsprechende europäische Assets heran. Investiert sind wir etwa in Deutsche Wohnen und im Düsseldorfer Unternehmen LEG Immobilien. Uns gefallen Wohnimmobilien mit zufriedenen Mietern besser als Büroimmobilien, die durch die Pandemie weltweit unter Druck geraten sind. Es wird offensichtlich noch eine Weile dauern, bis Klarheit herrscht, wann und in welchem Umfang die Menschen zurück an ihre Büroschreibtische finden.

Abgesehen von Deutschland sind wir auch in Wohnimmobilien in Japan, Großbritannien, den USA und China, hier in Hongkong, investiert. Gerade weil der Immobiliensektor im Jahr 2020 stark unter Druck gekommen ist, fiel die Erholung zu Beginn des laufenden Jahres umso besser aus.

Welchen weiteren Bereich alternativer Investments decken Sie im Aegon Global Diversified Income Fund ab?

McEntegart: Im Bereich der erneuerbaren Energien ergeben sich seit Jahren zahlreiche Chancen. Wir sind bereits seit rund sieben Jahren am Markt investiert, haben aber in den vergangenen ein bis zwei Jahren unser Engagement nochmals erhöht. Beispiele sind der dänische Energiekonzern Orsted: Der Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie zahlt hohe Zinsen. Und RWE: Der Konzern wird von vielen Marktteilnehmern kontrovers gesehen, weil RWE Steinkohlekraftwerke betreibt. Doch das Management in Essen baut den Konzern seit Jahren um und will ihn in eine nachhaltigere Zukunft führen. Mit unserem Investment begleiten wir das Unternehmen auf diesem Weg.

In Europa sind wir unter anderem auch in den spanischen Energiedienstleistern Endesa und Iberdrola, in Italien in Enel und in Portugal in EDP investiert.

Viele Anleger fragen sich, ob die Kapitalanlage in erneuerbaren Energien noch viel Luft nach oben hat, weil die Nachfrage nach diesen Assets zuletzt stark gestiegen ist…

McEntegart: Auch in den kommenden Jahren dürfte viel Kapital in den Sektor der erneuerbaren Energien fließen. Absehbar ist allerdings, dass die Renditen der Zukunft nicht mehr ganz so hoch sein werden wie bislang gesehen. Nach den beeindruckenden Kursavancen des Jahres dürften nun in der Tat gewisse Herausforderungen entstehen.

Ebenfalls gut gelaufen sind Rohstoffwerte. Wie geht es hier weiter?

McEntegart: Vor dem Hintergrund des Booms der erneuerbaren Energien und der wachsenden E-Mobilität haben wir ein begrenztes, aber doch wachsendes Exposure gegenüber Bergbauunternehmen aufgebaut. Für bestimmte Metalle und Mineralien wird es in Zukunft eine gewaltige Nachfrage geben. Kupfer ist hier das wichtigste Beispiel, aber auch für Lithium gibt es einen riesigen Bedarf. Natürlich sind Bergbauunternehmen nicht sonderlich umweltfreundlich, aber sie stellen – das sollte nicht vergessen werden – einen Teil der Lösung dar, um den Klimaschutz voranzutreiben.

Infrastruktur ist ein weiterer alternativer Investmentbereich, für den Aegon bekannt ist. Wie entwickelt sich dieser Sektor in der Pandemie?

McEntegart: Wir sind zumeist in Flughäfen und Mautmodellen investiert, bei denen wir natürlich derzeit Abstriche machen müssen. Aber auch der boomende IT-Sektor hält entsprechende Chancen vor: So bietet der französische Dienstleister Etiage, in dem wir investiert sind, technische Serviceleistungen für namhafte Unternehmen der IT-Branche. Die Kernkompetenzen von Etiage liegen im professionellen externen Beziehungsmanagement zwischen IT-Unternehmen sowie deren Kunden und Lieferanten – die Nachfrage in diesem Bereich ist durch Covid-19 noch weiter gestiegen.

In den kommenden Jahren dürften die Schwellenländer zum Großthema werden, auch im Bereich Infrastruktur: Wie sieht es hier mit Ihren Investitionen aus?

McEntegart: Wir halten Schwellenländern-Anleihen und setzen auf aufwertende Währungen. Die Asien-Pazifik-Region interessiert uns ganz besonders. Investiert sind wir hier etwa in der Halbleiterfertigung Taiwans: Das Land stellt weltweit jeden zweiten Computer-Chip her. Derzeit gibt es einen globalen Engpass an Halbleitern – wegen der vielen Aufgaben, die die kleinen Alleskönner in den kommenden Jahren übernehmen werden, erschließt sich uns hier auch in Zukunft ein eindrucksvoller Markt. Darüber hinaus halten wir Anteile an Telekom-Unternehmen in Indien und Indonesien.

Letzte Frage: Warum sollten sich Anleger für ein Multi-Asset-Produkt von Aegon entscheiden?

McEntegart: Seit jeher sind wir im Fixed-Income-Bereich breit aufgestellt. Wir haben hier sehr viel Expertise und Können aufgebaut. Gleichermaßen leistungsfähig sind unsere Aktien-Teams. Was uns von anderen unterscheidet: Mit innovativen Risk-Management-Strategien gelingt es uns, auch im Multi-Asset-Bereich sehr ansehnliche Renditen zu erzielen. So weist der Aegon Global Diversified Income Fund seit Auflage im April 2016 eine jährliche Rendite von 6,17 Prozent aus. Der Fonds liegt damit deutlich vor den Multi-Asset-Produkten von Mitbewerbern wie Amundi, Carmignac, Fidelity, Flossbach, M&G und Schroder – bei etwas höherer Volatilität.

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