Der Wikinger-Fonds

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(Quelle: DAS INVESTMENT) Trygve Toraasen feiert zehnjähriges Jubiläum. Seit Juni 1998 ist der Norweger für den Fidelity Nordic Fund zuständig. Grund, die Sektkorken knallen zu lassen, hat nicht nur der Fondsmanager: Im vergangenen Jahrzehnt hat er das Geld seiner Anleger mehr als verdoppelt. Im Schnitt erzielte Toraasen ein Plus von 11,9 Prozent pro Jahr, 0,3 Prozentpunkte mehr als sein Vergleichindex, der FTSE World Nordic. Die Rating-Agentur Morningstar hat den Fidelity Nordic Fund dafür mit vier von maximal fünf Sternen dekoriert. Seine Kindheit verbrachte der Fondsmanager in Norwegen. Nach seinem Militärdienst zog es ihn jedoch erst einmal in die Sonne: Er begann ein Studium im warmen Kalifornien. 1985 machte er an der California State University seinen Bachelor of Science (BA), und 1994 schloss er an der University of Southern California sein Betriebswirtschaftsstudium mit einem MBA ab. Dann ging er zurück in den kühlen Norden. 1994 startete er als Aktienanalyst bei Fidelity in London. Im Oktober 1997 wechselte er als Mitarbeiter in das Portfoliomanagement des Fidelity Nordic Fund, bevor er im Juni 1998 schließlich die Zügel selbst in die Hand nahm. Toraasen investiert in der Regel mindestens 80 Prozent seines Portfolios in Unternehmen aus Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. Bis zu 35 Prozent des Fondsvermögens darf er jedoch in Industrien anlegen, die mehr als 20 Prozent des nordischen Markts ausmachen. Die jeweiligen Unternehmen können ihren Sitz auch in anderen Ländern haben. Das erklärt, dass Toraasen unter anderem auch einen geringen Anteil Schweizer und US-Titel hält. Größte Länderposition ist derzeit Schweden mit einem Anteil von 40,8 Prozent am Portfolio. Die Länder- ebenso wie die Branchengewichtung ergibt sich bei Toraasen jedoch ausschließlich aus der Titelauswahl. Er verfolgt einen reinen Bottom-up-Ansatz. Auf der Suche nach attraktiven Einzelwerten achtet er vor allem auf das Risiko-Rendite-Verhältnis der Unternehmen. Seine Investments lassen sich in vier Kategorien unterteilen: Erstens Firmen mit unerkanntem Wachstum, zweitens Betriebe, die umstrukturieren, drittens Titel mit Bewertungsanomalien und viertens Unternehmen mit guten Aussichten auf Grundlage der Fundamentaldaten. Auf Toraasens Einkaufsliste kommen dabei nur Aktien, deren Kurse Potenzial für einen Wertzuwachs aufweisen. Größte Position ist derzeit der finnische Telekom-Konzern Nokia, gefolgt vom ebenfalls finnischen Reifenhersteller Nokian Tyres und der schwedischen Nordea Bank. Verkauft werden die Titel wieder, wenn das Kursziel erreicht ist, der ursprüngliche Grund für das Investment nicht mehr vorliegt oder sich die Eckwerte des Unternehmens verschlechtert haben. Trotz der aktuellen Unsicherheiten an den internationalen Börsen ist Toraasen voll investiert. Die Barquote beträgt 2,3 Prozent. Zudem setzt er auf ein recht konzentriertes Portfolio aus nur 43 Titeln. Die zehn größten Positionen machen zusammen 49,5 Prozent des Fondsvermögens aus. Der Fidelity Nordic ist darum nur für Anleger geeignet, die auch bei etwas stärkeren Preisschwankungen die Nerven behalten.