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Deutsche AM-Vertriebsleiter im Interview „Das ist der Mehrwert des Finanzberaters gegenüber jeder App“

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Welche Regelungen im Rahmen von Mifid ll finden Sie gut und sinnvoll?
 
Die zentralen Ziele von Mifid II in Form von klarer Product Governance, höherer Kostentransparenz und transparenter Vertriebsvergütung sind erst einmal vernünftig. Allerdings kommt es sehr stark darauf an, was das in der Praxis für Vertriebe und Produktanbieter bedeutet. Da Mifid noch nicht in den einzelnen Ländern in nationales Recht umgesetzt worden ist und viele Details für die entsprechenden Regeln noch nicht bekannt sind, lässt sich derzeit nicht sagen, welche Regelungen letztlich positiv oder negativ zu bewerten wären.
 
Welche Regelungen von Mifid ll halten Sie für schlecht und überflüssig?
 
Wir halten keine der Regeln grundsätzlich für überflüssig. Allerdings gibt es Regeln, die nur sehr aufwendig implementiert werden können. Dazu gehört die erweiterte Gesamtkostenquote (TER), die zum Beispiel auch die Transaktionskosten enthält. Ein anderer Punkt ist, die Kosten für Research auf die Anlageprodukte umzulegen.
 
An welchen Stellen sehen Sie durch Mifid II Handlungsbedarf und wie werden Sie sich darauf einstellen?
 
Wir sehen uns die Entwicklung gespannt an, sehen aber keinen akuten Handlungsbedarf, indem wir einzelne Aktivitäten starten. Wir haben als großer Asset Manager bereits alle Lösungen im Angebot: Aktiv und passiv verwaltete Fonds, mit und ohne Vertriebsvergütung, Dachfonds und Mischfonds; wir arbeiten mit einer Vielzahl von Vertriebskanälen zusammen. Je nachdem, wie die konkreten Regeln aussehen, werden wir reagieren, aber wir sind bereits gut vorbereitet. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wir arbeiten mit großen Vertriebsorganisationen wie Maxpool und BCA bereits bei ETF-Strategieportfolios zusammen, die die Berater vermitteln können. Da dabei keine Bestandsprovisionen berechnet werden, sondern andere Vergütungsformen vorgesehen sind, könnte dieses Modell unter Mifid II noch interessanter werden.

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