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Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt, Foto: Getty Images

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt, Foto: Getty Images

Deutsche Bank

John Cryans größte Herausforderungen

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John Cryan, seit Juli Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, wird am Donnerstag dieser Woche seine Pläne für den Umbau der Bank und die Wiedergewinnung des Investorenvertrauens vorstellen. Am gleichen Tag legt die größte deutsche Bank auch ihr Ergebnis für das dritte Quartal vor.

Der 54-jährige Cryan übernahm die Aufgabe, nachdem Investoren die Geduld verloren hatten: Die Bemühungen seiner Vorgänger, die Kosten zu senken, die Profitabilität zu steigern und die Erträge der Aktionäre zu erhöhen, waren fehlgeschlagen. Cryan erwägt nun, Stellen zu streichen, die Bonuszahlungen zu kürzen und Aktiva zu verkaufen, wie aus unterrichteten Kreisen zu hören war.

Die Deutsche Bank hat bereits ihr Management umgebaut und für das dritte Quartal einen Verlust von geschätzt 6 ,2 Milliarden Euro angekündigt. Der Verlust entsteht aus Wertberichtigungen auf zwei ihrer größten Geschäftsbereiche und die Erhöhung der Rückstellungen für Rechtskosten. Die Dividende für dieses Jahr könnte ausfallen, um das Kapital zu bewahren.

Vor diesen Hürden steht Cryan, wenn er die Investoren wiedergewinnen will:
  1. Die Kosten der Deutschen Bank dürften nach Einschätzung von Analysten weiterhin erhöht bleiben, auch wenn das Kreditinstitut im April erklärte, dass bis 2020 brutto 3,65 Milliarden Euro eingespart werden sollen.
  2. Investoren bewerten die Deutsche Bank niedriger als ihre globalen Wettbewerber. Das unterstreicht die Unzufriedenheit mit der derzeitigen Strategie.
  3. Die Erträge der Bank hängen vom oftmals volatilen Wertpapierhandel ab, auch wenn die steigenden Eigenkapitalanforderungen dieses Geschäft weniger profitabel machen. Die Deutsche Bank will im kommenden Jahr die Deutsche Postbank verkaufen.
  4. Die Deutsche Bank verdient nicht genug, um ihre Kosten zu rechtfertigen. Der Anteil des Aufwands an den Erträgen ist höher als bei Wettbewerbern.
  5. Die Bank steht auch nach zwei Kapitalerhöhungen in gut zwei Jahren bei ihren Eigenkapitalquoten noch unter Druck. Analysten der Macquarie Group sagen voraus, dass Cryan letzten Endes den „Drahtseilakt“ von Kostenmanagement und Regulierung aufgeben und mehr Aktien platzieren dürfte.

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