Sabine Groth (Freie Autorin)Lesedauer: 1 Minute

Hochrechnung für 2021 Deutsche Banken zahlen über 4 Milliarden Euro Strafzinsen

EZB-Gebäude in Frankfurt
EZB-Gebäude in Frankfurt: Die Notenbank lässt sich von Banken seit mehreren Jahren fürs Geldparken bezahlen. | Foto: imago images /Hannes P. Albert

Das Finanzportal Tagesgeldvergleich.net hat auf Basis der Zahlen der Deutschen Bundesbank nachgerechnet: Im September 2021 mussten Banken aus Deutschland rund 368 Millionen Euro Strafzinsen für ihre Guthaben bei der Europäischen Zentralbank (EZB) entrichten.

Hochgerechnet auf das Gesamtjahr kommt das Finanzportal für 2021 auf Strafzinsen in Höhe von 4,14 Milliarden Euro, die deutsche Banken an die EZB zahlen. Das sind deutlich mehr als die 2,3 Milliarden Euro die es für 2020 errechnet hatte.

Da bei der EZB Parkgebühren fällig werden, laufen die eigenen Kassen der Banken fast über. Laut Tagesgeldvergleich.net lagen die Kassenbestände monetärer Finanzinstitute in Deutschland im August 2021 bei 46,946 Milliarden Euro – nur knapp 1,691 Milliarden Euro niedriger als der Rekord aus dem April 2020. Damals kletterte der Wert auf über 48,637 Milliarden Euro.

Die Zentralbankguthaben deutscher Kreditinstitute bei der EZB lagen im Juli 2021 bei rund 1,045 Billionen Euro – den dritten Monat in Folge ein rekordhohes Niveau.

Der Zinssatz für die Einlagefazilität bei der EZB wurde im Juni 2014 in den negativen Bereich auf –0,1 Prozent gedrückt und seitdem in mehreren Schritten weiter reduziert. Seit September 2019 liegt er bei –0,5 Prozent.  Freibeträge sollen die Strafzinslast der Banken etwas senken.

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