Marco Schmitz

Marco Schmitz

Deutsche Fund Platforms

"Vermögensverwalter und Family Offices sind überfordert"

DAS INVESTMENT.com: Bis Ende 2013 verantworteten Sie das Publikumsfonds-Geschäft bei Sal. Oppenheim. Nun sind Sie Leiter White-Label-Fund bei der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM). Wie kam es zu diesem Wechsel?

Marco Schmitz: Das ist kein Wechsel sondern eine Erweiterung meiner bisherigen Position. DeAWM führt die beiden Plattformangebote in Deutschland und Luxemburg für das Dritt- und Partnerfondsgeschäft unter dem Namen Deutsche Fund Platforms zusammen.

DAS INVESTMENT.com: Und wozu?

Schmitz: Um Vertriebskanäle zu bündeln und den Kunden in Luxemburg und Frankfurt ein breiteres Spektrum an Leistungen anbieten zu können - ganz gleich, ob sie nun komplettes Portfoliomanagement suchen oder nur die Fondsadministration auslagern wollen.

DAS INVESTMENT.com:  Im Gegensatz zu Sal. Oppenheim zählten bei der DeAWM White-Label-Fonds nicht gerade zum Kerngeschäft. Wird sich das künftig ändern?

Schmitz: Ja. Gerade die jüngsten Regulierungsmaßnahmen, allen voran die Einführung der AIFM-Richtlinie, dürften künftig das Geschäft der Fondsdienstleistern ankurbeln.

DAS INVESTMENT.com:
Inwiefern?

Schmitz: Wegen drei Trends. Zum einen nimmt die Anzahl unabhängiger Vermögensverwalter kontinuierlich zu. Damit wächst auch der Bedarf an Fonds. Zum zweiten führen die steigenden Regulierungsanforderungen an institutionelle Investoren- zum Beispiel die strengeren Berichtspflichten - dazu, dass Vermögensverwalter und Family Offices mit der inhaltlichen Komplexität überfordert sind. Da sind Dienstleister gefragt, die ihnen diese Arbeit abnehmen. Und der dritte Trend ist der Konsolidierungsprozess in der Branche, der von den Fondsverwaltern kosteneffizientes Wirtschaften verlangt. Daher suchen viele Manager nach Möglichkeiten, bestimmte Prozesse wie zum Beispiel die Fondsadministration auszulagern.

DAS INVESTMENT.com: Welche Produkte sind derzeit gefragt?

Schmitz: Das kommt auf den Kunden an. Institutionelle Investoren und Verwalter großer Familienvermögen setzen eher auf Private Equity, Alternative Investments und Immobilien. Ausländische Kunden aus Asien und Lateinamerika wollen eher auf den Investmentfonds-Markt in Europa vorstoßen. So haben wir beispielsweise einen lateinamerikanischen Asset-Manager als Kunden, der über unsere Luxemburger Plattform Fondsangebote für institutionelle Kunden aus Europa aufbaut.

DAS INVESTMENT.com: Bietet Deutsche Fund Platforms in solchen Fällen auch Vertriebsunterstützung an?

Schmitz: Die meisten unserer Kunden regeln ihren Vertrieb selbst. Wer aber zum Beispiel Hilfe beim Privatkunden-Vertrieb wünscht, kann diese in gewissem Umfang von uns bekommen. Im Wertpapierbereich unterstützen wir unsere Kunden auf Wunsch auch bei der Erstellung von Marketing-Unterlagen.

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