Die deutschen Großbanken haben ihre Gewinnsituation weiter verbessert. Was nach der Finanzkrise als schwierig galt, ist mittlerweile eingetreten: Die als „bedeutende Institute" klassifizierten deutschen Banken haben ihren Vorsteuergewinn auf ein neues Höchstniveau gebracht.
26,8 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern erzielten die Banken im Jahr 2024 – ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Daten von Barkow Consulting dürfte dies der höchste Stand seit mindestens 25 Jahren sein, möglicherweise sogar der höchste Vorsteuergewinn in der Geschichte.
Bemerkenswert ist, dass trotz der im Juni 2024 erneut eingeleiteten Zinswende die Erträge im zweiten Halbjahr nicht nachgaben. Von Juli bis Dezember 2024 verbuchten die Banken einen Vorsteuergewinn von 14,1 Milliarden Euro, nach 12,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr.
Banken sind globale Dividendentreiber
Diese Entwicklung ist Teil eines globalen Trends. Laut dem aktuellen Global Dividend Index von Janus Henderson hat sich der Bankensektor zu einem wichtigen Treiber der Dividendenzahlungen entwickelt. Fast die Hälfte des gesamten globalen Dividendenwachstums im Jahr 2024 entfiel auf den Finanzsektor, wobei die Ausschüttungen von Banken um 12,5 Prozent zulegten – in absoluten Zahlen ein Plus von 36,4 Milliarden US-Dollar. Insgesamt erreichten die Dividendenausschüttungen der Banken 2024 einen Rekordwert von 55,4 Milliarden US-Dollar, was 50 Prozent mehr ist als vor der Pandemie.
Die Zahlen zeigen, dass der Bankensektor auf Zinsänderungen anders reagiert als früher angenommen. Während die Niedrigzinsphase das Zinsgeschäft belastete, konnten die Banken in der Hochzinsphase ihre Gewinne steigern. Nun scheinen sie auch mit sinkenden Zinsen umgehen zu können.
Die Grafik verdeutlicht den Aufwärtstrend seit 2020. Damals hatte die Corona-Pandemie die Gewinne auf unter 3 Milliarden Euro reduziert. Seither haben sich die Erträge kontinuierlich gesteigert.
