Umfrage unter Verbrauchern Deutsche haben mehr Angst vor Naturkatastrophen

Die verheerende Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat das Risikobewusstsein vieler Menschen hierzulande verändert: „Die dramatischen Bilder von zerstörten Häusern und die Nachrichten über zahlreiche Tote und Vermisste haben die Umweltängste auf Rekordwerte getrieben“, berichtet Brigitte Römstedt. Die Leiterin des Infocenters des Versicherers R+V hat Ende Juli eine Online-Umfrage in Auftrag gegeben, in der Bürger nach ihren Umweltängsten befragt wurden.

Die Ergebnisse dieser Sonderumfrage stellt Römstedt nun ins Verhältnis zu den Daten der 30. Ausgabe der R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“. Hierfür ließ der genossenschaftliche Versicherer aus Wiesbaden in diesem Jahr rund 2.400 Menschen im Alter ab 14 Jahren nach ihren größten Sorgen befragen. In den persönlichen Interviews ging es wieder um alle Ängste rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit. Die repräsentative Umfrage findet jeweils im Sommer statt.

Grafik: R+V Allgemeine Versicherung AG >>Vergrößern!

Dieses Mal lief sie vom 25. Mai bis zum 4. Juli und damit vor der Flutkatastrophe. Am 28. Juli befragte das R+V-Infocenter daher zusätzlich rund 1.000 Personen speziell zu ihren Umweltängsten. Demnach ängstigen Naturkatastrophen und Extremwetter nun 69 Prozent aller Bürger. 61 Prozent der Befragten sind besorgt, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat. Damit liegen die Ängste bei der Online-Umfrage um mehr als 20 Prozentpunkte über den Normalwerten.

Denn in der regulären Umfrage blieben die Umweltsorgen etwa auf dem Niveau des Vorjahres: 41 Prozent der Befragten hatten große Angst vor häufigeren Naturkatastrophen und Wetterextremen (Platz 8; Vorjahr: 44 Prozent, Platz 5). Vor den Auswirkungen des Klimawandels fürchteten sich wie im Vorjahr 40 Prozent der Deutschen. „Die Unwetter im Juni haben die Ängste nicht geschürt, obwohl schon zu dieser Zeit Starkregen, Sturm und Hagel in vielen Teilen Deutschlands schwere Schäden anrichteten“, sagt Römstedt.

Anders sei dies nach der Juli-Flut mit mehr als 200 Toten an Ahr und Erft gewesen: „Die Ergebnisse dokumentieren den Schock, den die entsetzliche Flut bei den Menschen ausgelöst hat. Ob die Katastrophe längerfristige Auswirkungen auf die Umweltängste hat, wird sich allerdings erst im kommenden Jahr zeigen“, erläutert Manfred G. Schmidt. Der Politikwissenschaftler an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg berät das R+V-Infocenter seit fast zwei Jahrzehnten bei der Auswertung der Ängste-Studie.

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