Deutsche Immobilien verlieren an Attraktivität

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Britische Immobilieninvestoren sind enttäuscht: Die Attraktivität deutscher Immobilien schwindet. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des britischen Branchendienstes Citywire hervor. Er befragte internationale Vermögensverwalter nach den Investmentchancen im deutschen Immobilienmarkt. Hier erwarteten Großbritanniens Profianleger bisher hohe Renditen bei geringem Risiko. Im vergangenen Jahr stiegen die Investitonen in den deutschen Immobilienmarkt um 9 Prozent auf 49 Milliarden Euro. „Damit ist der Markt gesättigt“, erklärt Magnus Merkle vom Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank. Ein großer Teil des Geldes kam aus dem Ausland: „Ausländische Investoren machen heute 76 Prozent des Marktes aus“, so Merkle. Ihr Anteil stieg damit seit 2005 um 15 Prozentpunkte. „Die Zeit des schnellen Geldes ist vorbei“, erklärt Marcus Lemli, Kapitalmarktchef beim Unternehmensberater Jones Lang Lasalle. „Nun kommt es wieder auf die Fundamentaldaten an.“ Die Renditen im Immobilienmarkt würden bis zum Jahresende sinken, so Lemli weiter. Aufwärts ginge es erst wieder Ende 2009. „Für die aktuell schwachen Märkte sind die steigenden Zinssätze verantwortlich“, erklärt Robin Geffen, Gründer der Londoner Fondsgesellschaft Neptune Investment Management. „Günstige Kaufgelegenheiten finden wir derzeit vor allem im deutschen Markt für Gewerbeimmobilien“, so Neptune-Fondsmanager Rob Burdett. Deutschlands Wohnbauten hält er dagegen für vergleichsweise uninteressante Investments.