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Optimismus trotz Corona-Krise Deutsche hoffen auf mehr Kli­maschutz und Digitalisierung

Olaf Scholz (r.) nach der Wahl zum Bundeskanzler
Olaf Scholz (r.) nach der Wahl zum Bundeskanzler: Trotz steigender Infektionszahlen zeigen sich die 30- bis 59-Jährigen in Deutschland im zweiten Corona-Herbst grundsätzlich optimistischer als im Vorjahr. Viele setzten auch große Hoffnungen auf die neue Bundesregierung. | Foto: Imago Images / Xinhua

Dass es mit der ersten Ampelkoalition auf Bundesebene nun eine neue Regierung in Deutschland gibt, macht rund jeden Dritten Hoffnung für die Zukunft. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter insgesamt mehr als 1.000 Männern und Frauen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren hierzulande. Demnach ist der Optimismus in diesem Jahr zwar wieder angestiegen. Allerdings liegt der Wert immer noch weit unter dem Niveau der Jahre vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie.

Frage: Sehen Sie den kommenden 12 Monaten mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen?

Basis: Bundesrepublik Deutschland, Bevölkerung zwischen 30 und 59 Jahren; Quelle: Allensbacher Archiv, lfD-Umfragen, zuletzt 8278; Grafik: GDV

Das ist eines der Ergebnisse der alljährlich erscheinenden Studie „Generation Mitte“, für die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) seit 2013 das Institut für Demoskopie Allensbach beauftragt. Die hierfür befragten Angehörigen der mehr als 35 Millionen Erwachsene umfassenden Altersgruppe stellen 70 Prozent der Erwerbstätigen dar und erwirtschaften über 80 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte in Deutschland.

Corona hinterlässt deutliche Spuren

Die Corona-Krise habe „deutliche Spuren in der Gemütsverfassung der mittleren Generation hinterlassen“, schlussfolgern die Studienautoren. Denn die meisten Erwachsenen kamen rein materiell betrachtet bisher zwar gut durch die Pandemie. Doch die Menschen fühlen sich allerdings zunehmend gestresst, wie die Umfrage ergab. Noch im vergangenen Jahr hatte sich lediglich jeder Dritte häufig gestresst gefühlt. Doch aktuell liegt der Anteil bei 39 Prozent.

Frage: Wie häufg kommt es vor, dass Sie sich gestresst fühlen? Kommt das häufg, gelegentlich, selten oder nie vor?

Basis: Bundesrepublik Deutschland, Bevölkerung zwischen 30 und 59 Jahren; Quelle: Allensbacher Archiv, lfD-Umfragen, zuletzt 8278; Grafik: GDV

Und hinsichtlich der Gefahr, sich mit dem Virus zu infizieren, machen sich viele Eltern aus der Generation Mitte zurzeit große Sorgen um ihre Kinder. Und auch der zunehmende Druck auf den Geldbeutel verunsichere Viele: Die seit Jahresanfang stark gestiegenen Preise für Energie und Lebensmittel sowie die Erwartung, dass die Steuern oder Abgaben steigen werden, gehören zu den größten Sorgen der mittleren Generation. Zwei Drittel von ihnen belasten die steigenden Preise stark.

Bislang wenig Aufbruchstimmung

„Die Pandemie und die stark steigenden Preise belasten die Menschen und ziehen zurzeit auch die Aufmerksamkeit von den großen langfristigen Herausforderungen ab wie beispielsweise der Bewältigung des Klimawandels“, erklärt Renate Köcher. Mit Blick auf die künftige Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP könne die große Mehrheit der mittleren Generation bisher noch keine Aufbruchstimmung erkennen, so die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Der neuen Bundesregierung sehen nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts 40 Prozent der von den Demoskopen in der ersten Novemberhälfte Befragten mit Hoffnungen entgegen. 44 Prozent zeigten in der Umfrage dagegen Skepsis oder sogar ausgeprägte Befürchtungen. Deutlich positiver fällt das Urteil derjenigen aus, die sich große Sorgen über den Klimawandel machen. Von ihnen blicken 54 Prozent der neuen Regierung mit Hoffnungen entgegen.

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