in Anleihemärkte: Analysen & PrognosenLesedauer: 2 Minuten

Deutscher Derivate Verband Bonitätsanleihen-Verbot durch Bafin führt zu „Vermögensvernichtung“

Im Sinne der Vermögensbildung sei es „sehr zu wünschen, dass Anleger mit Bonitätsanleihen Zugang zu Produkten erhalten, die eine positive oder höhere Verzinsung als Spar- oder Festgeldanlagen bieten“, schrieb der Verband am 1. September in einem Brief an die Aufsichtsbehörde BaFin. Die Finanzaufsicht hat ein Verbot des Retailvertriebs solcher Papiere vorgeschlagen - aus der Sorge heraus, dass die Risiken der komplexen Wertpapiere für Privatanleger zu hoch sind, wie aus einer Mitteilung vom 28. Juli hervorging.

Laut DDV besitzen Privatanleger in Deutschland derzeit etwa 6 Milliarden Euro an solchen Zertifikaten, die sich auf Bonitätsrisiken von Referenzunternehmen beziehen. Die Verkäufe von Credit-Linked Securities haben gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um elf Prozent auf 36,2 Milliarden Dollar zugenommen, zeigen Daten von Bloomberg.

Es sei allgemein bekannt, dass Anleger mit klassischen Spar- oder Festgeldanlagen oder auch klassischen Lebensversicherungen kaum noch positive reale Renditen erwirtschaften können, hieß es in dem Brief. „Mit ökonomisch nicht fundierten Vertriebsverboten von Produkten mit einem realistischen Renditepotential – wie Bonitätsanleihen – läuft der Gesetzgeber Gefahr, sein eigenes Ziel der Vermögensbildung zu unterlaufen“, warnte der Verband.

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Der DDV repräsentiert den Angaben auf seiner Website zufolge 15 Zertifikate-Emittenten, darunter Citigroup und Deutsche Bank, die zusammen mehr als 90 Prozent des Gesamtmarkts für strukturierte Papiere in Deutschland ausmachen.

BaFin-Sprecherin Anja Schuchhardt erklärte, der Aufseher werte die Stellungnahmen aus. Sie konnte aber nicht sagen, wann eine Entscheidung fallen würde.

Mit dem Verbot würde die BaFin von ihrer Möglichkeit zur „Produktintervention“ Gebrauch machen, das im Juli 2015 im Rahmen des Kleinanlegerschutzgesetzes eingeführt wurde.

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