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Deutschland sucht den Stiftungs-Star: Die besten Vermögensverwalter für gemeinnützige Stiftungen

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Die Privatbank Merck Finck, die Deutsche Bank, Sal. Oppenheim, die Baden-Württembergischen Bank sowie die Nord / LB sind die besten Vermögensmanager für gemeinnützige Stiftungen, deren Vermögen weniger als eine Million Euro beträgt. Diese fünf Anbieter lieferten auf Basis einer Ausschreibung für eine Berliner Stiftung die besten Ergebnisse und überzeugten die Jury – den Geschäftsführer des Unternehmer-Verlags Fuchsbriefe Ralf Vielhaber, den geschäftsführenden Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Prüfung von Finanzdienstleistungen (IQF) Jörg Richter und den Risikoexperten bei Deutsche Börse Market Data & Analytics Christian Libor – sowohl in der Stiftungsexpertise als auch bei der Portfolioausgestaltung.

Auf den weiteren Rängen folgen der bankunabhängige Vermögensmanager Feri Family Trust, das Family Office Berlin & Co., die Bank Sarasin, die Bremer Landesbank sowie die Liechtensteinische Landesbank.

Bei den drei zusätzlich durchgeführten Markttests zeigte das Bankhaus Sal. Oppenheim regelmäßig hervorragende Leistungen. Damit schaffte es die Privatbank auf Rang 1 der Ewigen Bestenliste Vermögensmanagement für Stiftungen vor der Nord LB und Merck Finck.

Ein Fünftel der Vermögensverwalter fand 500.000 Euro zu wenig

Insgesamt hat die Jury rund 100 Anbieter angeschrieben und zur Abgabe einer Ausarbeitung aufgefordert. 22 bewarben sich schließlich um das Mandat. 20 sagten die Ausschreibung ausdrücklich deshalb ab, weil ihnen die zu verwaltende Vermögenssumme von 500.000 Euro zu gering war. Der Rest hatte keine Kapazitäten frei, fand das rechtliche Problem, das in der Ausschreibung gelöst werden musste, zu kompliziert oder nahm aus anderen Gründen nicht an der Ausschreibung teil.

„Das dargebotene Preis-Leistungs-Verhältnis war überraschend positiv“, erklärt der Fuchsbriefe-Geschäftsführer und Mitautor der Studie Ralf Vielhaber. In der Regel lagen die Preise für die Dienstleistung über 0,6 Prozent inklusive Umsatzsteuer. Im Schnitt verlangten die Vermögensverwalter eine Gebühr von knapp einem Prozent.

Auch Rechtswissen war gefragt

Stiftungsexpertise sollten die Vermögensmanager zu drei Fragestellungen beweisen:

1. Kann die bislang selbstständige Stiftung in eine Treuhandstiftung umgewandelt werden, um Kosten zu sparen? Hier bewiesen die meisten Teilnehmer, dass sie in der Lage sind, diese Frage zu durchleuchten und klar zu beantworten.

2. Sollte die Stiftung ein angebotenes Seegrundstück erwerben? Und soll der Kauf mit Eigen- oder Fremdkapital finanziert werden? Auch hier waren die Vermögensmanager mehrheitlich der Fragestellung gewachsen.

3. Die deutlichsten Unterschiede ergaben sich bei einer lang währenden Auseinandersetzung des Stiftungsvorstands mit der zuständigen Berliner Aufsichtsbehörde. Hier steigen bei weitem nicht alle Vermögensmanager ein, die Top-Platzierten hoben sich deutlich vom „Rest“ ab.

Deutliche Unterschiede zeigten sich auch bei der Portfolioausgestaltung. Es galt, mehreren Zielen des Kunden gerecht zu werden. So sollte eine jährliche Rendite von 5,9 Prozent erwirtschaftet werden. Gleichzeitig durfte es auf der Risikoseite höchstens drei Jahre dauern, bis ein eingetretener maximaler Verlust wieder aufgeholt sein muss. Die Balance zwischen den Vorgaben einzuhalten gelang mit Abstand am besten dem Ausschreibungssieger Merck Finck, gefolgt von der Haspa.

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