Deutschlands Gewinner

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(Quelle: DAS INVESTMENT) Trotz Subprime-Krise seit Mitte vorigen Jahres versprachen deutsche Aktieninvestments für Anleger mit langem Atem gute Renditen: Auf Sicht von fünf Jahren stiegen die 110 größten Aktien Deutschlands um rund 140 Prozent. Mit den richtigen Wetten auf die Durchstarter unter den deutschen Börsenschwergewichten war sogar noch mehr drin. Doch dafür musste man schon vor fünf Jahren erahnen, welche Firmen besonders stark zulegen werden. "Die einzelnen Werte des Gesamtmarktindex H-Dax weisen beim Wachstumstempo enorme Unterschiede auf", erklärt Alexandra Hartmann. Sie managt von Frankfurt aus den Fidelity Germany Fund. Seit zwölf Jahren sucht sie für den Fonds an Deutschlands Börsen nach Unternehmen, die sich besser als der Gesamtmarkt entwickeln. Dabei achtet sie nur auf die Bilanzdaten und Geschäftsaussichten der einzelnen Firmen. Volkswirtschaftliche Trends spielen für ihre Anlagepolitik kaum eine Rolle. "Ich suche nach Unternehmen, die auch dann wachsen, wenn sich die wirtschaftliche Gesamtlage zwischenzeitlich verschlechtern sollte", erklärt Hartmann. "Wichtig ist mir, dass die Unternehmen von innen heraus wachsen." Das geschieht zum Beispiel dann, wenn die Firmen ihre Rentabilität steigern oder ihre Produkte besser am Markt absetzen können. Um diese unternehmensinternen Prozesse einschätzen zu können, legt Hartmann viel Wert auf das persönliche Gespräch mit den Lenkern der Firmen in ihrem Portfolio. Außerdem prüft sie die Qualität der Kunden, von denen die Unternehmen abhängig sind. Hartmann investiert selektiv: Insgesamt kommen etwa 40 bis 70 Titel ins Portfolio. In den wichtigsten fünf Positionen Eon, Bayer, BASF, Allianz und Deutsche Börse ist mehr als ein Drittel des Fondsvolumens von derzeit 774 Millionen Euro investiert. Die Branche Roh- und Werkstoffe macht beinahe ein Viertel des Portfolios aus. In Industrietitel ist etwa jeder fünfte Euro angelegt. Gezielt gesteuert werden diese Portfoliogewichte aber nicht. Stattdessen ergeben sie sich ungeplant aus Hartmanns Wahl der Einzeltitel. Ihre Portfoliotitel teilt die Fondsmanagerin in drei Gruppen ein. Zum einen gibt es Unternehmen in Wachstumsmärkten, deren potenzielle Gewinne in der Zukunft sich noch nicht in ihrem Börsenkurs widerspiegeln. Zum anderen setzt sie auf Unternehmen, deren Marktkapitalisierung unter dem Bilanzwert liegt. Drittens hält sie Aktien von Firmen, die ihr Geschäftsmodell in verschiedenen Märkten anwenden können. Beispiele dafür sind die Global Player aus dem Exportweltmeisterland Deutschland. Mit dieser Kombination erzielte Hartmann in den vergangenen drei Jahren eine Wertsteigerung von rund 47 Prozent. Das entspricht einer durchschnittlichen Rendite von 13,7 Prozent jährlich. Auf Jahressicht dagegen verlor der Fonds gegenüber seinem Stand Anfang Juni 2007 um 8 Prozent an Wert. Doch beim Vergleichsindex H-Dax fiel das Minus um 2,3 Prozentpunkte höher aus.