Platz 4: Energieversorgung und Chemiebranche

Rang vier teilen sich die Energieversorger und die Chemiebranche mit jeweils neun Firmen unter den Top 100 der wirtschaftlich erfolgreichsten Unternehmen Deutschlands. Bei den Energieversorgern sind Uniper, RWE und Innogy die umsatzstärksten Vertreter. Im Bereich Chemie liegen BASF und Linde vorn.

Uniper SE

Im Herbst 2016 trennte sich die Uniper SE vom E.ON-Konzern. Der in Düsseldorf ansässige Stromerzeuger konzentriert sich auf die konventionelle Energieerzeugung durch Wasserkraft, Gas und Steinkohle in Europa und Russland, den globalen Energiehandel (Schwerpunkt: Gas) und die Energiespeicherung. In über 40 Ländern sind rund 12.000 Mitarbeiter für den Konzern tätig. Etwa ein Drittel davon arbeitet in Deutschland. 2017 lag der Umsatz bei 72.238 Milliarden Euro. Im Jahr darauf waren es laut Geschäftsbericht 78.176 Milliarden Euro.

RWE

Die RWE AG (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG) hat ihren Hauptsitz in Essen. Gemessen am Umsatz handelt es sich um den zweitgrößten Energieversorger Deutschlands und einen der führenden Energieversorger in Europa: Im Jahr 2017 erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettogewinn von 1,9 Milliarden Euro. 2018 lag der Umsatz bei rund 13,4 Milliarden Euro. Überwiegend stammt der Strom aus Braun- und Steinkohle, was Unmengen an CO2 produziert und in jüngster Zeit immer stärker zu Kritik führt. Zum einen geriet die RWE wegen der geplanten und vorerst durch einen Gerichtsbeschluss gestoppten Rodung des Hambacher Forstes in die Schlagzeilen. Zum anderen protestierten junge Klima-Aktivisten („Fridays for Future“) gegen die Verwendung von Kohle zur Energiegewinnung. 

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz will die RWE zu einem grüneren Unternehmen machen. Er plant ein Geschäft mit E.ON: Die RWE tritt ihre Tochterfirma Innogy an E.ON ab. Dafür will die RWE künftig die Erzeugung erneuerbarer Energien von Innogy und E.ON übernehmen. Außerdem sollen jährliche Investitionen von 1,5 Milliarden Euro den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. 

Innogy 

Die Innogy SE ist eine Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE. Gegründet am 1. April 2016 erzeugt sie elektrischen Strom zum größten Teil aus erneuerbaren Energien. Lag der Umsatz im Jahr noch bei 43,139 Milliarden Euro, so erzielte die Ökostrom-Tochter der RWE im Jahr darauf nur noch rund 36,98 Milliarden Euro Umsatz.  Sollte die geplante Innogy-Übernahme durch die RWE genehmigt werden, wird die Innogy zum größten Stromlieferanten Deutschlands. 

BASF

Der deutsche Chemiekonzern BASF SE (Badische Anilin- und Sodafabrik) ist – gemessen am Umsatz – der weltweit größte Chemiekonzern. BASF beschäftigt rund 115.500 Mitarbeiter in über 80 Ländern. Der Firmenhauptsitz liegt in Ludwigshafen am Rhein. Der Umsatz des Unternehmens belief sich 2017 auf 61.223 Milliarden Euro, im Folgejahr waren es 62.675 Milliarden. 

Der Geschäftserfolg von BASF hängt aufgrund der sehr vielfältigen chemischen Verwendungszwecke von Erdöl maßgeblich von den globalen Ölpreisen ab. Denn obgleich die BASF-Tochter Wintershall bereits seit rund sechs Jahrzehnten Öl in der Pfalz fördert, beträgt der deutsche Eigenversorgungsanteil mit Erdöl gerade einmal drei Prozent des Jahresbedarfs. Der Rest wird importiert. Dabei ist es für BASF (wie für alle anderen ölabhängigen Unternehmen) kritisch, dass der Preis sich kaum prognostizieren lässt – zumindest nicht mit der Genauigkeit, die ein Unternehmen dieser Größenordnung benötigt. Daher sind Wirtschaftszweige, die Erdöl nutzen oder weiterverarbeiten, stark von den internationalen Erdölpreisen beeinflusst und können je nach Rohstoffmarktsituation oder politischer Lage schnell schwanken.

Linde

Das deutsche Unternehmen Linde AG erzielte 2017 Umsätze in Höhe von 17,113 Milliarden Euro. 2018 wurde durch die Fusion mit dem amerikanischen Konkurrenten Praxair aus der Linde AG die Linde plc. Der Umsatz lag im Jahr 2018 bei rund 13,1 Milliarden Euro. Die Linde Group ist führend im internationalen Gasemarkt.