Deutschsprachige Hedgefonds-Manager: German Wunderkinder

Peter Thiel

Peter Thiel

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Jahr für Jahr sitzt Felix Zulauf beim Roundtable der Finanzzeitschrift „Barron’s“, der Elefantenrunde der internationalen Finanzszene. Das kontroverse Gespräch gilt als wichtigste Marktanalyse in den USA, und das Wort des eher scheuen Schweizers hat Gewicht; spätestens seit er den Börsencrash 1987 korrekt vorhergesagt hat, genießt Zulauf auch in New York und London Kultstatus. Asiatische Zeitungen zitieren den Hedgefonds-Manager ebenso gern wie Schweizer und deutsche Blätter. Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe von DAS INVESTMENT (März 2010) >> zur Themenübersicht

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Bis heute sind deutschsprachige Manager in der angelsächsisch geprägten Hedgefonds-Szene eine Ausnahme. Gerade eine Handvoll findet sich unter den Managern, die es zu internationalem Ansehen gebracht haben.

Der neue Soros taumelt

Einer von ihnen ist Peter Thiel, Clarium Capital, Pay-Pal-Gründer, Facebook-Finanzier und 2007 als neuer Soros gefeiert. Spätestens aber seit sein Global-Macro-Fonds 2009 das zweite Jahr in Folge an Wert verloren hat, sinkt auch die Wertschätzung der Investorengemeinde für den gebürtigen Frankfurter. Selbst im eigenen Haus gab es kürzlich bereits Streit: Marketing-Chef Jack Selby forderte Thiel im November auf, die Performance bis Jahresende zu drehen. Thiel schimpfte, das sei kurzfristiges Denken; der Fonds sackte im Dezember um weitere 10 Prozent ab. Minus 2009: 25 Prozent.

Besser läuft es für den Rostocker Karsten Schröder. Mit seinem Managed-Futures-Fonds Amplitude Dynamic Trading Fund liegt er in den „Barron’s“ – The Hedge Funds 100“ auf Platz 23. Unter Managed-Futures nimmt er in der Liste, die auf der Drei-Jahres-Performance basiert, den fünften Platz ein. Daran haben auch die Verluste im Jahr 2009 von knapp 7 Prozent nichts geändert. Schröder, kürzlich von London ins schweizerische Zug in die Nähe von Zulauf umgesiedelt, ist mittlerweile international gefragter Kommentator der Finanzmärkte, präsent auf den einschlägigen Finanzkanälen und in der internationalen Wirtschaftspresse. „Ich mag das“, sagt Schröder schlicht.

Ursprünglich wollte Schröder Wissenschaftler, Pianist oder Komponist werden. „Doch ich dachte, das sei zu risikoreich.“ Ende 2003, Schröder ist 25, gründet er Amplitude Capital in London, gemeinsam mit Bundeswehrfreund Peter Voss und Steffen Bendel, einem Schulfreund und Programmierer aus Rostock. Gestartet ist ihr Fonds dann im Juni 2005, mit 4 Millionen Dollar eigenem Geld. Mit ihrem Programm setzen sie vor allem auf kurzfristige Trends an Rohstoff- und Finanzmärkten, anderthalb Tage bleibt eine Position im Schnitt im Portfolio.