DAS INVESTMENT Versicherungen: Wie sind Sie zur Agenturleiterin bei der DEVK geworden?
Andrea Hecker: Ich bin Quereinsteigerin: Ich habe eine Ausbildung als Kauffrau für Groß-und Außenhandel bei einem Medizintechnikunternehmen in Rostock gemacht und war dort neun Jahre lang tätig.
Also hatten Sie gar keine Berührungspunkte mit der Versicherungsbranche?
Hecker: Doch. Meine Mutter hat die DEVK-Agentur 1992 gegründet. Auch sie war Quereinsteigerin: Sie hatte davor bei der Deutschen Bahn gearbeitet und dann die Ausbildung bei der DEVK gemacht.
Dann liegt die berufliche Flexibilität wohl in der Familie. Aber was hat Sie konkret bewegt, ebenfalls in die Versicherungswirtschaft zu wechseln?
Hecker: Meine Lebensumstände haben sich verändert: Irgendwann hatte ich eine Familie, zwei Kinder, ein Haus. Es störte mich, dass ich nicht selbst entscheiden konnte, wie ich meinen Arbeitsalltag gestalte. Also begann ich, nach anderen beruflichen Perspektiven zu suchen. Ich habe meine Mutter gefragt, was sie bei der DEVK verdient und was der Job wirklich bedeutet — und mich dann 2005 als Quereinsteigerin beworben, mit zwei Kleinkindern zu Hause. Während der Ausbildung kam dann noch das dritte Kind dazu, aber ich habe sie trotzdem erfolgreich abgeschlossen.
Das war bestimmt anstrengend.
Hecker: Ja. Damals gab es auch kein Agenturmodell mit Bestandsgeld. Es war ein großer Schritt, aber mein Mann stand voll hinter mir. 2013 habe ich noch den Versicherungsfachwirt obendrauf gesetzt, und 2017 hat meine Mutter die Agentur dann offiziell an mich übergeben. Als ich 2005 einstieg, hatte sie 2.500 Kunden. Bei der Übergabe waren es 4.200, heute betreuen wir 5.200 Kunden.
Elterngeld gab und gibt es für Selbstständige auch nicht – ein Umstand, den unter anderem der BVK stark kritisiert. War das ein Problem für Sie damals?
Hecker: Es ging trotzdem. Denn man kann sich behelfen, wenn man weiß wie.
Wie denn?
Hecker: Mein Mann ist bei mir angestellt und hat die Elternzeit genommen. Ich habe zwei Monate überbrückt — und dann hat das gepasst.
Wie bewerten Sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Ausschließlichkeit allgemein?
Hecker: Wenn man das will, schafft man das auch. Wir sind selbstständig und können uns die Zeit frei einteilen. Vor der Geburt meiner Tochter bin ich bis zum letzten Tag arbeiten gegangen, weil es mir gut ging. Eine Woche vor dem Entbindungstermin war ich noch im Büro. Danach habe ich mir die acht Wochen gegönnt, habe zwischendurch aber auch einzelne Außendiensttermine wahrgenommen. Eine offizielle Elternzeit habe ich nicht genommen — das war in meiner Situation nicht möglich.



