Stabil in der Krise Was Euro-Rentenfonds alles können
Demnach bringen hochwertige (Investment Grade) Euro-Unternehmensanleihen noch 0,5 Prozent im Jahr. Bei Euro-Staatsanleihen, inklusive Bundesanleihen, die im Englischen einfach nur „Bunds“ heißen, sind es 0,2 Prozent. Und wenn man die Bunds separat als Index kauft, zahlt man jährlich 0,4 Prozent drauf. Ein Verlustgeschäft mit Staatsgarantie.
Für Jens Franck kommen Bundesanleihen deshalb ebenso wie Euro-Staatsanleihen nicht mehr wirklich infrage. „Wir nutzen sie nur opportunistisch als Parkposition oder wenn wir erwarten, dass sich bestimmte Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen relativ besser entwickeln“, sagt der Fondsmanager, der bei der Hamburger Firma Nordix den Nordix Renten Plus (DE000A0YAEJ1) betreut.
Vorsicht ist auf dem Markt für Staats- und Unternehmensanleihen angebracht, denn mitnichten geht es immer nur bergauf. Ab August 2016 lief es über zwei Jahre lang ziemlich dünn. Unternehmensanleihen verloren, gemessen am Kursindex, bis Ende 2018 immerhin 5,2 Prozent an Wert. Euro-Staatsanleihen fanden ihren Tiefpunkt bereits im Herbst 2018, gaben aber bis dahin sogar 8,5 Prozent ab. Ziemlich viel für einen sicheren Hafen.
Umso interessanter ist es, einmal nachzusehen, welche Fonds in eben diesen Zeiträumen ein Plus eingefahren haben. Infrage kommen dabei nur jene mit Schwerpunkt in Euro-Anlagen. Außen vor bleiben globale Produkte, die nur über eine währungsgesicherte Anteilsklasse vertreten sind. Ebenso fliegen Fonds raus, die zwar im prekären Zeitraum stark abschneiden, dafür aber auf Sicht von drei oder fünf Jahren im Minus liegen. Ist ja auch nicht Sinn der Sache. Erlaubt ist es dagegen, größere Portionen in Hochzinsanleihen zu halten. Das Kalkül hinter der Aktion: Wenn ein Fonds mit der schwierigen Phase von 2016 bis 2018 klarkam, dann ist die Chance groß, dass er auch in der nächsten Turbulenz zumindest überdurchschnittlich abschneidet.
