Stabil in der Krise Was Euro-Rentenfonds alles können
In der Vergangenheit seien die Zinsen oft sehr schnell gestiegen und hätten die Risikobudgets der Anleger schnell aufgebraucht. Für die zehnjährige Bundesanleihe kann sich da Costa in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 Renditen von 0,2 bis 0,5 Prozent vorstellen. Das entspräche übrigens ab heute einem Kursverlust von – wieder mit dickem Daumen – mindestens 5 Prozent.
Eher skeptisch für so ein Szenario bleibt Patrick Vogel. Der Manager des Schroder Euro Credit Conviction (LU0995120242) und des Schroder Euro Corporate Bond (LU0425487740) sieht in seinem aktuellen Lagebericht wenig Anlass zu Konjunkturoptimismus und kündigt an, dass die Ausfallraten zumindest bei schwächeren Schuldnern zunehmen werden. Deshalb bevorzuge er zurzeit defensive Branchen wie Versorger und Gesundheit. Fragen zu seinem Fonds ließ Vogel unbeantwortet.
Allerdings schätzen die Analysten der Rating-Agentur Morningstar seine Arbeit sehr und verleihen dem Euro Corporate Bond die Note „Bronze“. Eine von Vogels Stärken sei es, über wöchentliche Themensitzungen mit seinem Team die berüchtigte Branchenrotation gut hinzubekommen. So habe Vogel 2015 wohlweislich Energieunternehmen gemieden und in der Grundstoffbranche im Angesicht einer möglichen China-Schwäche sogar über Short-Positionen auf fallende Kurse gesetzt. 2016 half es ihm wiederum, dass er nachrangige Versicherungspapiere und Immobilien übergewichtet hatte. Finanzwerte also auch hier.
Auch bei Pimco hält man es für eine gute Idee, zumindest einen kleinen Gegenpol zu Unternehmensanleihen in Form von Staatsanleihen zu halten. So heißt es auf Anfrage zum von Europa-Kreditchefin Eve Tournier gemanagten Pimco Euro Income Bond (IE00B3QDMK77): „Euro-Staatsanleihen spielen bei uns eine Rolle, weil sie Kursverluste abfedern, wenn Marktteilnehmer in den Risk-off-Modus schalten, also Risikoanlagen verkaufen.“ Zunächst rechne man mit schwacher Wirtschaft und bleibe in Deckung – die Kreditrisiken liegen auf dem niedrigsten Stand seit 2014. Erst später werde sich zeigen, ob das derzeitige „Fenster der Schwäche“ ein Fenster zur Erholung oder Rezession sei.
Grundsätzlich managt auch Tournier ihren Fonds weitgehend frei von Alchemie – sie kauft Anleihen und hält sie, zumindest für eine gewisse Zeit. Nur manchmal greift sie auf Futures, Swaps oder Forwards zurück, um schnell und unkompliziert auf Märkte zu wetten, Zinsen zu tauschen, etwas abzusichern oder Währungspositionen auf- und abzubauen.
