Stabil in der Krise Was Euro-Rentenfonds alles können
Letzteres ist dagegen im Assenagon Credit Selection (LU0890805848) die Regel. Fondsmanager Michael Hünseler holt Unternehmensanleihen ins Portfolio und sichert Zinsrisiken und eventuelle Währungswechselkurse weg. Übrig bleibt der reine Risikoaufschlag für die Anleihe, der für laufende Gewinne sorgt. Das erzeugt zwei Effekte: Sollten einerseits tatsächlich die Kurse der Bunds durch gute Konjunkturdaten mal wegsacken, ist das dem Fonds egal, denn die Sicherungspositionen gleichen das aus.
Im gleichen Zusammenhang schrumpfen die Risikoaufschläge und sorgen für zusätzliche Kursgewinne der Unternehmensanleihen. Das gelang im hier betrachteten Zeitraum zumindest teilweise. „Wir hatten deutlich mehr Rating-Herauf- als -Herabstufungen im Portfolio, im Verhältnis von 42 zu 14“, berichtet Fondsmanager Hünseler. Selbst wenn das nicht so weitergeht – aktuell liegt die Rendite des Fonds laut Hünseler bei 2,7 Prozentpunkten über dem Drei-Monats-Euribor. Und da der bei minus 0,4 Prozent liegt, macht das immerhin 2,3 Prozent Portfoliorendite.
Wenn andererseits aber wieder einmal die Angst umgeht, dehnen sich die Risikoaufschläge aus. Das belastet die Kurse der Unternehmensanleihen. Und kein Bund ist da, der das zumindest teilweise abfedert. Was dann passiert, zeigt die Entwicklung Anfang 2016, als der Fonds im Rahmen der China-Angst allein im Januar und Februar fast 4 Prozent verlor.
An einer Sache lässt Hünseler keinen Zweifel: „Staatsanleihen, die ausschließlich zinsrisikobehaftet sind und keine Kreditrisikoprämie bieten, sind für uns uninteressant.“ Damit wäre geklärt: Es muss auch mal ohne Papa Staat gehen. Jetzt erst recht.
