Themen
TopThemen
Fonds
Fondsvergleich Märkte Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender
Händler an der New York Stock Exchange (NYSE): Mit Modellportfolios wollen Anbieter die Nachfrage nach börsengehandelten Indexfonds ankurbeln. | © Getty Images

Flott aufs Parkett Modellportfolios für mehr ETF-Absatz

2018 war zur Abwechslung mal kein Rekordjahr für börsengehandelte Fonds (ETFs). Der ETP Landscape Report von Blackrock vermeldete – ähnlich wie die Reports anderer Anbieter – einen deutlichen Einbruch bei den Mittelzuflüssen. 45,5 Milliarden Euro flossen demnach im vergangenen Jahr europaweit netto in Exchange Traded Products (ETPs). 2017 waren es noch 83,6 Milliarden Euro. Dem großen Aufwärtstrend der ETFs tut das Jahr 2018 jedoch keinen Abbruch. Die kostengünstigen Indexfonds erobern weiterhin die Portfolios. Sie dienen längst nicht mehr nur als bequeme Instrumente für taktische Anpassungen. Anleger nutzen sie ebenfalls zunehmend als langfristige Bausteine. Eine Umfrage von Greenwich Associates unter institutionellen Investoren aus Europa ergab, dass diese mittlerweile sogar mehr als die Hälfte (55 Prozent) ihres ETF-Kapitals strategisch einsetzen.

Beachtlicher Anstieg

Und der ETF-Anteil in Depots stieg in den vergangenen Jahren stetig. Bei den befragten Investoren, die auf ETFs setzen, machen die börsennotierten Produkte mittlerweile 15 Prozent der Gesamtallokation aus – nahezu eine Verdopplung in den zurückliegenden zwei Jahren. In Deutschland liegt die Quote sogar bei 17 Prozent. Das ist zwar schon ein ganz beachtlicher Anteil, der aber noch viel Spielraum nach oben lässt. Und so dürften sich die ETF-Anbieter hierzulande auch künftig auf die institutionelle Investoren konzentrieren.


Quelle: Blackrock

Der gemeine Privatanleger dagegen spielt für viele ETF-Gesellschaften kaum eine Rolle. Einige sehen dort jedoch durchaus Potenzial und wollen sich dies nicht entgehen lassen. Dass ETFs in vielen privaten Portfolios fehlen, liegt vor allem an den deutschen Vertriebsstrukturen. Die Indexfolger bergen kaum Kosten und können daher auch keine Provisionen leisten. Für eine Beraterschaft, die weitgehend auf Provisionsbasis arbeitet, sind diese Produkte daher selten erste Wahl. Zudem fehlt es häufig am nötigen Durchblick im ETF-Dschungel. Allein im XTF-Segment der Deutschen Börse sind mittlerweile über 1.400 ETFs gelistet. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Anbieter gestiegen, und vor allem die Vielfalt des Angebots hat zugenommen. Es ist schon eine Herausforderung, die Unterschiede der zugrunde liegenden Indizes zu verstehen und einzuordnen. Ein passives Investment in die europäischen Aktienmärkte beispielsweise ist in zig Varianten möglich. Nicht nur Anleger fühlen sich hier häufig überfordert.

„Immer mehr Vertriebspartner sind auf uns zugekommen und haben gefragt, wie sie ETFs am besten einsetzen und wie sie die Produkte im Endkundengeschäft beraten können“, sagt Oliver Pfeil, Leiter Model Portfolio Advisory bei der DWS, die eine große Palette an Xtrackers-ETFs anbietet. Denn Interesse an den kostengünstigen, transparenten Indexfonds ist bei Privatanlegern durchaus gegeben.Im Frühjahr 2016 beschloss die Fondsgesellschaft, ihren Partnern eine Hilfestellung in Form von Multi-Asset-Modellportfolios mit unterschiedlichen Risikoprofilen und Strategien zu liefern. „Bei der DWS haben wir nicht nur ETFs im Angebot, sondern verfügen auch über Investment-Knowhow“, wirbt Pfeil. „Daher können wir aus unserem Multi-Asset-Bereich heraus unsere Kunden dabei unterstützen, mit ETFs ein ausgewogenes, diversifiziertes und auf das entsprechende Risikoprofil abgestimmtes Multi-Asset-Portfolio zusammenzustellen und zu managen.“

nach oben