Solarpark in der Schweiz. Laut einer DIA-Umfrage spielt das ESG-Thema Umwelt für Anleger eine deutlich größere Rolle als die weiteren Aspekte Soziales und Unternehmensführung. | © Imago / imagebroker Foto: Imago / imagebroker

DIA-Studie

Deutsche haben wenig Ahnung von nachhaltigen Kapitalanlagen

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Das Thema Nachhaltigkeit spielt für viele Kapitalanlagegesellschaften und auch für Versicherungen eine immer wichtigere Rolle. Doch Deutschlands Anleger zeigen sich erschreckend schlecht informiert über nachhaltige Kapitalanlagen. Das ist das Ergebnis der Umfrage „Wie halten es Anleger mit der Nachhaltigkeit?“ des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Demnach ist 48 Prozent der Befragten der Begriff „ nachhaltige Kapitalanlage“ nicht bekannt, nur 14 Prozent können ihn richtig definieren. Jeder vierte Teilnehmer wollte sich dazu nicht festlegen.

Mit steigendem Vermögen nimmt das Wissen zu
Wie die Studie aufzeigt, nimmt das Wissen um nachhaltige Kapitalanlagen mit steigendem Vermögen sprunghaft zu: So konnten rund 37 Prozent der Befragten mit mindestens 150.000 Euro Vermögen die Frage korrekt beantworten, rund jeder Vierte mit Vermögen zwischen 50.000 und 100.000 Euro lag ebenfalls richtig. Die Gruppe mit Vermögen unter 5.000 Euro war die Einzige, die ihren Kenntnisstand absolut-mehrheitlich (51 Prozent) als schlecht bezeichnete.

Beratung als Grund für bessere Kenntnisse?
„Es besteht die Gefahr, dass die unterste Vermögensklasse vom Wissenstransfer abgekoppelt bleibt“, kommentiert das DIA diese Umfrageergebnisse. Sie führten außerdem zu der Frage, ob nachhaltige Kapitalanlagen derzeit eher eine Angelegenheit für Vermögende auf der der Suche nach Alternativen zu den traditionellen Kapitalanlagen seien, so DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.

Das DIA nennt als einen möglichen Grund für den besseren Kenntnisstand der Vermögenden auch die Begleitung durch Banken und Finanzberater als Grund, die auf das Thema aufmerksam machen.

 Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Mehrheitlich ordnen Verbraucher Umweltaspekte als relevant für Nachhaltigkeit ein. Eine weitaus geringere Rolle spielt der ESG-Faktor Soziales, dem Aspekt Unternehmensführung messen die Befragten die geringste Bedeutung bei.

 Gegenstand der Umfrage war die Frage, inwieweit das Kriterium Nachhaltigkeit bei Anlageentscheidungen in der Vergangenheit bereits eine Rolle gespielt hat und unter welchen Bedingungen damit gerechnet werden kann, dass Anleger künftig die Aspekte Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) bei Investments berücksichtigen.

An der repräsentativen Umfrage nahmen 3.066 Personen ab 16 Jahren teil, durchgeführt wurde sie vom Marktforschungsinstitut INSA Consulere im Auftrag des DIA. 

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