Diamanten - "Glanz Afrikas"

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Weltweiter Verkauf

In den letzten 25 Jahren hat sich der weltweite Verkauf von Diamanten und von Diamantschmuck verdreifacht. Der Wert ungeschliffener Rohdiamanten beläuft sich dabei auf 12 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Der Wert des weltweit verkauften Diamantschmucks wird demgegenüber auf 60 bis 80 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dieser Wert schließt die Kosten für die Diamanten, Edelmetalle und andere Edelsteine, die bei der Herstellung des Diamantschmucks verwendet werden, mit ein.

Diamantvorkommen sind nicht leicht zu finden. Die Wahrscheinlichkeit für ein Explorationsunternehmen auf ein Diamantvorkommen zu stoßen, liegt bei nur 1 bis 3 Prozent der Probebohrungen. Von der anfänglichen Entdeckung bis zum Wirtschaftlichkeitsgutachten und dem Erhalt einer Abbaulizenz können dann drei bis fünf Jahre vergehen.  Die Planung und die Einrichtung der Mine können dann noch einmal drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. Angesichts des hohen Risikos und der Entwicklungskosten einer Mine überrascht es da nicht, dass die größten Gewinnspannen beim Abbau erzielt werden.

Diamanten im Lauf der Zeit

Über eine Viertel Million Händler verkaufen weltweit Schmuck an ihre Kunden. Das Internet hat zusätzliche, neue Märkte erschlossen und ermöglicht eine größere Preistransparenz. Aber warum kauft man Diamanten? Wir alle kennen den einen Schlüsselaspekt – den Wunsch seiner Liebe Ausdruck zu verleihen und ein Geschenk zu machen.

Für viele sind Diamanten aber auch eine sichere Geldanlage. In Krisenzeiten lassen sie sich leicht transportieren und haben in der Vergangenheit im Allgemeinen ihren Wert behalten. Als der russische Zar und seine Familie 1918 von den Bolschewiken ermordet wurden, fand man Diamanten, die in Gürtel und Unterwäsche der Frau des Zaren und seiner Töchter eingenäht waren.

Der Abbau von Diamanten und ihre Kommerzialisierung begann vor über 1.000 Jahren. Händler brachten die ungeschliffenen Edelsteine aus Indien in den Nahen Osten. Dort wurden sie geschliffen, poliert und an europäische Königshäuser und die Aristokratie verkauft.

Damals war Indien wichtigster Lieferant von Diamanten. Ab dem 16. Jahrhundert wurden Diamanten im großen Stil im historischen Königreich Golkonda, das etwa 11 km westlich des  heutigen Hyderabad lag, abgebaut. Die Minen der Region brachten einige der berühmtesten Diamanten der Welt ans Tageslicht. So zum Beispiel den Hope Diamond, das Idol’s Eye, den Koh-i-Noor und den Darya-ye-Noor.

Im 18. Jahrhundert waren die Diamantvorkommen dann erschöpft und Brasilien entwickelte sich zu einem wichtigen Lieferanten. Dann nahm Südafrika den Platz Brasiliens ein. Das Diamantenfieber begann 1869 in Kimberley, Südafrika, als ein junger Schafhirte einen riesigen, 83,5 Karat schweren Diamanten fand.

Es überrascht nicht, dass in den vergangenen Jahren Schleif- und Polierarbeiten zunehmend aus anderen Ländern nach Asien verlagert wurden, insbesondere nach Indien, Thailand, Sri Lanka und China. In den USA kostet der Schliff eines Edelsteins etwa 100 US-Dollar pro Karat. In Indien kostet er demgegenüber nur zwischen 10 und 30 US-Dollar. Indien ist heute das weltweit größte Zentrum für den Diamantschliff. Bis zu 800.000 Diamantschleifer sind hier tätig. Die Branche expandiert also in vielen Schwellenmärkten, auch in jenen, die selber keine Diamanten fördern.

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