Lesedauer: 2 Minuten

Mittelfristziele Die 10 Gebote der Bafin

Logo am Bafin-Sitz in Bonn
Logo am Bafin-Sitz in Bonn: Die Finanzaufsicht hat sich neue Mittelfrist-Ziele gegeben. | Foto: imago images / Winfried Rothermel

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat einen Fahrplan vorgestellt, den man bei der Behörde mittelfristig verfolgen will. Ab sofort und bis 2025 sollen zehn Themen schwerpunktmäßig in den Blick genommen werden. Alle Ziele sollen die gleiche Priorität genießen, in den kommenden Jahren wolle man hier „signifikante Fortschritte“ erzielen, kündigt die Behörde an.

Die Bafin will in Zukunft etwa verstärkt prüfen, ob Unternehmen mit Blick auf Kapitalausstattung und Liquidität krisenresistent aufgestellt sind. Unternehmen mit nicht zukunftsfähigen oder problematischen Geschäftsmodellen hinsichtlich interner Kontrollen und Unternehmensführung wolle man dabei sicherer herausfiltern können. Auch will die Bafin Cyber-Risiken stärker in den Blick nehmen.

Verbraucher aufklären

Neben der Geldwäscheprävention soll zudem der Verbraucherschutz in den Mittelpunkt rücken. „Ziel der Bafin ist eine besser informierte Bevölkerung und eine abschreckende Wirkung auf unseriöse Anbieter“, heißt es in der hauseigenen Mitteilung. Die Behörde wolle Verbraucher besser aufklären und dabei auch über soziale Medien kommunizieren.

Ebenfalls bekräftigen die Finanzaufseher ihren Plan, die Bilanzen von beaufsichtigten Unternehmen in Zukunft nur noch in einem einstufigen Verfahren kontrollieren zu wollen. Somit wird für Bilanzprüfungen nur noch die Bafin zuständig sein - und keine externen Stellen, wie in der Vergangenheit etwa die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR).

Im Rahmen ihrer Aufsicht will die Bafin zudem auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen und ebenfalls sicherstellen, dass Anbieter von Finanz- und Versicherungsprodukten sich nicht zu Unrecht einen nachhaltigen Anstrich verpassen. Man wolle die Aufsicht zudem auch auf neuartige Technologien, wie etwa künstliche Intelligenz, ausrichten. In solchen Bereichen dürften keine aufsichtsrechtlichen Lücken entstehen. Ebenso will die Bafin auch selbst neue  Technologien heranziehen, um ihre Aufsichtsprozesse effizienter zu gestalten.

Neue Technologien und exzellte Mitarbeiter

Die neuen Ziele umfassen auch die Personalentwicklung. Die Behörde will hochqualifiziertes Personal gewinnen und behördenintern eine „Leistungskultur“ fördern. In ihren Karrierechancen sollen Fach- und Führungskräfte bei der Bafin zukünftig „gleichwertige Karrieremöglichkeiten“ erhalten.

Die Bafin war in den vergangenen Jahren mehrfach an den öffentlichen Pranger geraten –etwa im Zuge der Ermittlungen zum Cum-Ex-Steuerbetrug und im Bilanzskandal um den ehemaligen Dax-Konzern Wirecard. Die Behörde werde ihren Aufsichtspflichten nicht gerecht, wurde der Bafin vorgeworfen. Behörden-Chef Felix Hufeld trat daraufhin im März 2021 zurück.

Der seit August amtierende neue Bafin-Präsident Chef Mark Branson hat öffentlich angekündigt, die Bafin modernisieren und so schlagkräftiger machen zu wollen.  

Mehr zum Thema