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Aktualisiert am 09.09.2016 - 12:24 Uhrin MärkteLesedauer: 8 Minuten

Die 100-Billionen-Dollar-Frage 4-Punkte-Checkliste: Gibt es eine Preisblase am Rentenmarkt?

Verlauf des REX-Kursindex für 30 deutsche Bundesanleihen, -obligationen und -schatzanweisungen. Daten: Bloomberg
Verlauf des REX-Kursindex für 30 deutsche Bundesanleihen, -obligationen und -schatzanweisungen. Daten: Bloomberg
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„Was passiert, wenn die Anleiheblase platzt?“, zitiert Christoph Leichtweiß (Foto unten) eine Frage, die sich derzeit viele Anleger stellen. Der Certified Financial Planner und Geschäftsführer der Ypos Vermögensmanagement aus Darmstadt thematisiert diese Frage in einem aktuellen Webinar auf „Cashkurs“, dem Börsenportal von Dirk Müller.

Für Börsenprofi Müller wäre ein Zusammenbruch des internationalen Rentenmarktes, auf dem verbriefte Schulden im Wert von mehr als 100 Billionen US-Dollar im Umlauf sindauch für viele Deutsche eine Katastrophe. Denn die Anlageklasse Anleihen ist beispielsweise über Lebensversicherungen mittelbar in nahezu jedem Vermögen vorhanden.

Prognose: Crash am Anleihemarkt


Der durch den Kinofilm „The Forecaster“ bekanntgewordene und als „Hellseher der Finanzmärkte“ geltende US-Analyst Martin Armstrong sowie US-Börsenbriefautor Larry Edelson hatten das Platzen einer gigantischen Anleiheblase bereits für Oktober vorigen Jahres prognostiziert.

Doch der Crash blieb aus und die sich immer gegensätzlich entwickelnden Renditen und Kurse von Anleihen sinken beziehungsweise steigen immer weiter. In Deutschland werde das aber bisher kaum thematisiert, so Müller.

4 Kriterien für eine Preisblase

In seinem Webinar geht Vermögensverwalter Leichtweiß daher der Frage nach, ob die negativen Renditen und hohen Kurse am Rentenmarkt das Platzen einer Anleiheblase andeuten. Denn bei der Interpretation der Marktdaten gebe es so manche Fehleinschätzung.

Zunächst geht es Leichtweiß darum, was mit einer Blase am Kapitalmarkt überhaupt gemeint ist. Dazu zitiert er das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einer Definition des Phänomens der Preisblasen am Kapitalmarkt:  

„Blasen sind eine häufig benutzte Metapher für einen starken und ungerechtfertigten Anstieg von Preisen. Oft liegen die Anfänge einer Preisblase in Zeiten einer wirtschaftlichen Expansion. Die Preise werden in immer stärkerem Ausmaß von den Preiserwartungen getrieben, es wird auf hohe Gewinne spekuliert. Die Einschätzungen stehen zunehmend nicht mehr im Einklang mit den Werten, die aufgrund der wichtigsten sozioökonomischen Variablen - wie etwa dem Einkommen oder Bevölkerungswachstum - gerechtfertigt wären. Die Akteure verhalten sich nicht länger rational, sondern orientieren sich in ihrem Verhalten an Marktführern. Die Entwicklung gleicht einem Herdenverhalten. Die Entwicklung wird auch dadurch angeheizt, dass das Risikobewusstsein der Akteure abnimmt und Kredite leichter verfügbar werden.“

Aus dieser Definition lassen sich folgende vier Kriterien für eine Preisblase ableiten, die im Folgenden anhand der Entwicklungen am Anleihenmarkt überprüft werden:

1.     Starker Preisanstieg
2.     Ungerechtfertigter Preisanstieg
3.     Spekulation auf hohe Gewinne
4.     Irrationales Verhalten

1. Kriterium: Starker Preisanstieg

Der DIW-Definition zufolge geht eine Preisblase mit einem starken Anstieg der Preise des betrachteten Marktes einher. Dieser ist am Anleihemarkt derzeit zweifelsfrei zu beobachten, wie der oben dargestellte Verlauf des deutschen Rentenmarkt-Index Rex exemplarisch zeigt. Damit ist das erste, wenn auch recht banale Kriterium für eine Preisblase am Rentenmarkt erfüllt.


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