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Stolls Fondstrends Die 15 besten Deutschland-Fonds für antizyklische Chancen

Frau mit Blick zu deutschem Kulturerbe
Frau mit Blick zu deutschem Kulturerbe: Das deutsche Wirtschaftsmodell überstand bereits zwei Weltkriege und wird jetzt von der Energiekrise bedroht. | Foto: Fotomontage von Jessica Hunold erstellt mit Canva

Nach der schärfsten, aber zugleich auch kürzesten Rezession der Nachkriegsgeschichte
im Jahr 2020 folgte dank der Geldflut der Notenbanken eine unerwartet schnelle Konjunkturerholung im Jahr 2021. Die Finanzmärkte quittierten dies mit stattlichen Kursaufschlägen. Geld mit Aktien verdienen wurde in der vergangenen Dekade zum Kinderspiel. Doch die Notenbanken unterschätzten lange Zeit den möglichen Nebeneffekt ihrer extrem lockeren Geldpolitik: einen rasanten Anstieg der Inflation! Das Ende des billigen Geldes und die Zinsaufschläge führten an den Börsen zu einem Crash auf Raten. Die Indizes diesseits und jenseits des Atlantiks befinden sich im Bärenmarkt. Besonders die Kurse hoch verschuldeter Wachstumstitel sowie Nebenwerte fielen wie Blei vom Börsenhimmel.

Die Vorstellung, einen großen Teil seines Ersparten in Wertpapiere zu investieren und dabei zusehen zu müssen, wie es sofort an Wert verliert, kommt für viele Anleger einem Alptraum gleich. Die gute Nachricht: Auf lange Sicht erwiesen sich Crashs, Krisen und Rückschläge meist als idealer Zeitpunkt, um in den Aktienmarkt einzusteigen. Zugegeben, einfach ist es nicht, dann Aktien zu kaufen, wenn es keiner tut und die Kurse ihren Boden suchen. Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu.

Schlechte Stimmung in der deutschen Wirtschaft

Gerade für die deutsche Wirtschaft sehen Experten und Politiker schwarz. Angesichts der Energiekrise scheint eine Rezession unvermeidlich. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) senkte am Mittwoch die Konjunkturprognosen der Regierung deutlich. In den nächsten drei Quartalen dürfte die deutsche Wirtschaft schrumpfen, sagte der Grünen-Politiker in Berlin. Für das Gesamtjahr 2023 rechnet er mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent.

Wir werden derzeit Zeugen eines Ereignisses von historischer Tragweite: Die deutsche Wirtschaft wird an die Wand gefahren. Wir haben inzwischen die weltweit höchsten Kosten für Energie, Gas und Strom. Unternehmen mit hohem Energieverbrauch können in Deutschland nicht mehr international wettbewerbsfähig produzieren“, meint Peter Huber, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Taunus Trust.

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Der Value-Investor sieht durch die Aufkündigung einer jahrzehntelang bewährten Energiepartnerschaft fatale Folgen auf die deutsche Wirtschaft zukommen. „Es ist kein Wunder, dass uns Moskau nach dem von uns verhängten Embargo für russische Kohle und russisches Erdöl den Gashahn zugedreht hat. Unseren Gasbedarf decken wir jetzt aus Norwegen zum vierfachen Preis und mit umweltschädlichem Fracking-Flüssiggas (LNG) aus den USA. Gleichzeitig werden in ideologischer Verblendung weiter Kernkraftwerke abgeschaltet“, fügt er hinzu.

Dazu passend befindet sich auch die Stimmung der Verbraucher im freien Fall. Per Definition weist ein drei Mal in Folge rückläufiger Geschäftsklima-Index des Münchener ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung auf eine bevorstehende Rezession hin. Nun wurde bereits der vierte Rückgang in Folge gemessen. Das Marktforschungsinstitut GfK prognostiziert für seinen Konsumklimaindex im Oktober einen Absturz auf minus 42,5 Punkte. Ein solches Niveau gab es zuletzt im März 2020, als die Corona-Pandemie die Konsumenten in Angst und Schrecken versetzte.

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